Grüne kritisieren Söders Adventskonzert im Theater

von Redaktion

München – Eine stille Nacht, heilige Nacht soll‘s werden, jedenfalls ein stimmungsvolles Adventskonzert im prächtigen Cuvilliés-Theater der Münchner Residenz. Doch vor dem großen Festabend, den Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag zum allerersten Mal veranstaltet, gibt‘s lautes politisches Rumpeln. Die Grünen werfen ihm vor, sich auf Steuerkosten im Glanz zu sonnen und auf die eigenen Sparappelle zu pfeifen.

Der Teilnehmerkreis fürs Konzert ist erlesen. Florian Silbereisen moderiert, auf der Bühne treten Haindling-Star Hans-Jürgen Buchner, Claudia Koreck und die „Josef Menzl Tanzlmusi“ auf, dazu die Regensburger Domspatzen, die Staatsphilharmonie Nürnberg und das Nürnberger Christkind. Geladene Ehrengäste, darunter Söders Kabinett, bilden das Publikum gemeinsam mit verdienten Bürgern.

Schön, schön – aber zu welchem Preis, das fragen die Grünen. Die Haushaltspolitikerin Claudia Köhler erinnert an Söders Ansprache zum ausgeglichenen Haushalt, als er explizit weniger Empfänge versprach. Er sonne sich „im Glanz eines prachtvollen Adventskonzerts mit rotem Teppich und Stargästen. Das hat mindestens ein G’schmäckle und wirft bei vielen Menschen in Bayern Fragen auf, die auf Geheiß von oben den Gürtel enger schnallen sollen“, sagt sie. Köhler hat einen schriftlichen Fragenkatalog an die Staatsregierung geschickt. Sie fragt darin Umfang, Gagen und Sinn des Ganzen ab; explizit vor dem Hintergrund „anstehender Kürzungen für Familien, Pflegebedürftige und den öffentlichen Dienst“. Köhler verlangt: Wer im Sozialen den Rotstift anlegt, muss erklären, warum ein exklusiver Festakt plötzlich Priorität hat.“

Ein Sprecher der Staatsregierung verteidigt Söders erstes Adventskonzert. Es sei ein „Zeichen der Wertschätzung und zur Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders“, dass zahlreiche engagierte Bürger aus Bayern sowie Gäste aus Kultur, Sport und Medien eingeladen seien. „Es ist bezeichnend für die inzwischen zwanghafte Empörungskultur der Grünen, bereits im Vorfeld Veranstaltungen zu kritisieren, von denen man überhaupt nicht weiß, was sie bedeuten und wie sie ablaufen werden.“CD

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