München – Der Sozialverband VdK hat die beschlossene Halbierung des Landespflegegeldes als „Schlag in das Gesicht der betroffenen Menschen“ kritisiert. „Die Staatsregierung ignoriert die Not vieler Menschen“, betonte die Landesvorsitzende Verena Bentele. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen litten noch immer unter „völlig unzureichenden Unterstützungsmöglichkeiten“ und müssten noch dazu mit steigenden Kosten zurechtkommen. Mehr als eine Million Menschen in Bayern pflegen ihre Angehörigen zu Hause. „Die Kosten für die Pflege sind eine große finanzielle Belastung für die Familien“, betonte die Landesvorsitzende des größten Sozialverbands Deutschlands. „Viele müssen sich nun noch stärker finanziell einschränken.“
Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium wies die Kritik zurück. „Aufgrund des demografischen Wandels wird es immer mehr pflegebedürftige Menschen in Bayern geben. Gleichzeitig wird die Pflege durch Angehörige zu Hause stetig zurückgehen“, so ein Sprecher. „Um sicherzustellen, dass Pflegebedürftige dennoch möglichst selbstbestimmt im gewohnten Umfeld weiterleben können, müssen wir Alternativen schaffen.“ Das eingesparte Geld soll für die Stärkung von Quartierkonzepten und den Ausbau alternativer Wohnformen eingesetzt werden.
Der Landtag hatte diese Woche dem Gesetzentwurf der Staatsregierung zugestimmt. Die Änderung tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Künftig bekommen Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 nur noch 500 statt 1000 Euro pro Jahr. DPA