DAS PORTRÄT

Lederhosen-Designer mit doppelter Mission

von Redaktion

Stefan Ferstl (r.) mit Bürgermeister Josef Bierschneider. © tp

Seit August war das Einraum-Häuschen an der Riedlerbrücke in Kreuth (Kreis Miesbach) verwaist. Vorher waren dort Kiosk und Poststation untergebracht. Und Bürgermeister Josef Bierschneider hatte gehofft, dass er jemanden findet, der beides neu eröffnen möchte. Denn der Gemeinde war es wichtig, wieder eine Poststation im Dorf zu haben. Auf die Ausschreibung gingen drei Bewerbungen ein, erzählt er. Den Zuschlag bekam Stefan Ferstl. Er will Post und Kiosk mit seiner Lederhosen-Manufaktur kombinieren. Es gibt also einen Postschalter, Zeitschriften und Schreibwaren in seinem Laden, dazu eine Lotto-Annahmestelle, klassische Kiosk-Süßigkeiten, Zahnpasta, Mückenspray, Lesebrillen, Landkarten, Frostschutzmittel oder Vogelfutter. Und außerdem können ihm seine Kunden über die Schulter schauen, wenn er Lederhosen repariert, anfertigt oder individuell bestickt.

Gelernt hat der 40-jährige Familienvater sein Handwerk bei einem Traditionsbetrieb. Dann verschlug es ihn der Liebe wegen von Lenggries nach Kreuth. „Ich habe nie Werbung gemacht, war aber von Anfang an gut beschäftigt“, sagt er. Aktuell müssen seine Kunden etwa ein Jahr auf eine maßgeschneiderte Ferstl-Lederhose warten. Sein Sohn ist zwar noch im Kindergartenalter, aber jetzt schon vom Handwerk seines Vaters begeistert. Vielleicht hat der Lederhosen-Post-Kiosk in Kreuth also eine lange Zukunft. ALEXANDRA KORIMORTH

Artikel 1 von 11