Polizei setzt öfter Taser ein

von Redaktion

160 Fälle in elf Monaten – Ministerium: „präventive Wirkung“

Die Polizei setzt immer häufiger Taser ein. © dpa

München – Polizisten in Bayern setzten immer häufiger Taser ein. Bis Anfang Dezember bereits 160 Mal in diesem Jahr, wie das Innenministerium berichtet. Im gleichen Zeitraum 2024 waren es nur rund 100 Taser-Einsätze. In 131 Fällen wurde der Einsatz dieser Distanzelektroimpulsgeräte in diesem Jahr angedroht, 32 Mal kam er aus der Distanz auch tatsächlich zum Einsatz, dreimal aus der Nähe. Das Ministerium sieht „eine hohe präventive Wirkung“. Bei den Einsätzen aus der Distanz sei es „lediglich zu leichten, oberflächlichen Hautverletzungen durch das Eindringen der Pfeilspitzen“ gekommen. Zu Ermittlungen, ob der Einsatz der Taser rechtmäßig war, kam es nicht.

Die Zahl der Taser-Einsätze steigt Jahr für Jahr. Im Gesamtjahr 2021 waren die Geräte erst 51 Mal zum Einsatz gekommen, im Folgejahr waren es schon 79 Einsätze. 2023 nutzen die Einsatzkräfte die Taser 102 Mal. Taser sollen vor allem dabei helfen, dass Polizisten ihre herkömmlichen Schusswaffen nicht einsetzen müssen. Die Polizei in Bayern verfügt laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) über rund 230 solcher Geräte. Sie würden ausschließlich in Viererteams eingesetzt, um gegebenenfalls Alternativen zum Einsatz eines Tasers zu haben.

Die Polizeigewerkschaft befürwortet den Einsatz der Taser auch für Streifenwagenbesatzungen, die in der Regel nur mit zwei Polizisten besetzt sind. Vor allem dann, wenn die Polizisten auf Menschen schießen, bricht die Taser-Debatte immer wieder los. Das war in München der Fall, nachdem dort am Pfingstwochenende eine Messer-Angreiferin in der Nähe der Theresienwiese niedergeschossen und danach gestorben war. Trotz des verstärkten Einsatzes von Tasern hatten bayerische Polizisten in diesem Jahr bis Juni schon in neun Fällen auf Menschen geschossen. In sieben dieser Fälle gab es Verletzte, in zwei Fällen kam es zu tödlichen Verletzungen.

Damit war die Zahl heuer nach einem halben Jahr schon so hoch wie im ganzen Jahr 2024. Damals gab es neun Schüsse auf Menschen, vier Tote und fünf Verletzte. 2023 waren es fünf Fälle mit einem Toten und drei Verletzten.DPA

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