DAS PORTRÄT

Der beliebte Pfarrer Barti

von Redaktion

Barthlomew Aondo (Mitte) mit Nicola Gerhardt und Florian Thoss. © Dieter Michalek

Pfarrer Barthlomew Aondo läuft in Trachtenjanker und mit einem breiten Lächeln aus dem Pfarrheim St. Severin in Garching (Kreis München). Alles an ihm strotzt vor positiver Energie. Erst seit Mitte Juni wohnt er in der Gemeinde – aber er ist schon überall bekannt. Überall wird er angesprochen – beim Bäcker, im Restaurant, im Fitnessstudio. „Jeder kennt Pfarrer Barti“, sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Nicola Gerhardt. Barti ist sein Spitzname. „Ich fühle mich so, wie wenn ich schon fünf Jahre hier leben würde“, sagt der Kenianer.

Pfarrer Barti kann die Menschen mitreißen, sie öffnen sich ihm, berichtet Gerhardt. Dem 45-Jährigen ist wichtig, dass die Gesellschaft gut zueinander ist. „Wenn es menschelt, werden die Kirchenbänke automatisch voll.“ Damit behält er Recht. In der Kirche ist es deutlich voller, seit er Pfarrer ist. Seine Predigten sind kurz und knackig, enthalten aber immer eine Botschaft. Und manchmal macht er auch einen Witz. In seiner Kirche darf gelacht werden. Besonders viel Herzblut steckt der Pfarrer in die Jugendarbeit. Er will die jungen Menschen unterstützen und motivieren. Er will hören, was sie zu sagen haben. Beim Volksfest lernte er die jungen Männer vom Burschenverein kennen. Das Eis war schnell gebrochen, erinnert sich Vorstand Florian Thoss. Schon ein paar Tage später unterschrieb Pfarrer Barti einen Antrag für eine Fördermitgliedschaft im Burschenverein. Seitdem schaut er regelmäßig beim Bauwagen der Burschen vorbei. Einmal wollte er Fußball mit ihnen schauen. Doch als er sah, dass die Löwen spielten, ist er schnell wieder gegangen, erzählt Thoss. Für die Kirche haben die meisten Burschen nicht viel übrig, sagt er. Für Pfarrer Barti aber schon. Deshalb wollen sie sich an den kirchlichen Feiertagen mehr engagieren. LAURA FORSTER

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