Gesprengt: Der Automat in Ehekirchen. © Puchner/dpa (2)
Mit dem roten Alfa Romeo wollten die Bank-Bomber flüchten – doch sie wurden gefasst.
Ehekirchen – Es lief so wie immer: eine gewaltige Explosion mitten in der Nacht, dann das Aufheulen eines hochmotorisierten Fahrzeugs. Automaten-Sprenger waren wieder in Bayern unterwegs. In der Nacht auf Montag suchten sie die Sparkasse Altbayern in Ehekirchen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) heim. Anwohner alarmierten die Polizei – und diesmal scheiterte die Flucht. Spezialkräfte der Polizei rammten die vier Automatensprenger in ihrem 500-PS-Alfa-Romeo und nahmen sie fest. Die Verdächtigen seien dabei leicht verletzt worden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA).
Weit waren sie nicht gekommen. Um vor der Polizei zu flüchten, versuchten die Vier, sich zunächst auch mit ihrem Auto in einer Scheune zu verstecken. Als die Spezialkräfte immer näher kamen, rasten die Verdächtigen erneut davon, wurden aber durch eine Nagelsperre ausgebremst und dann gerammt. So endete die Flucht in Thierhaupten im Kreis Augsburg – etwas mehr als 20 Kilometer vom Tatort entfernt.
Dass Automatensprenger jetzt auch Bankfilialen im ländlichen Oberbayern ins Visier nehmen, liege auch daran, dass sich Banken in Gemeinden in Autobahnnähe zunehmend absichern, sagte Jürgen Harle, Experte für organisierte Kriminalität beim LKA. Laut Harle hatten die vier Festgenommenen das Auto und die Kennzeichen gestohlen. Neben dem Sprengstoff für den Geldautomaten habe das Quartett auch mehrere Kanister mit Benzin im Wagen gehabt, um in Deutschland nicht tanken zu müssen – und dabei gefilmt zu werden. „Man kann da durchaus von einer rollenden Zeitbombe sprechen.“ Er ließ außerdem wissen, dass man schon in der Nähe war, „weil wir die Gruppierung schon unter Beobachtung hatten und konnten dann sehr schnell Fahndungsmaßnahmen einleiten.“
Bei den Tätern handelt es sich wohl um Niederländer, die vor Kurzem eingereist waren. Ihnen werden zwei weitere Automatensprengungen in Kempten zugeordnet.MC/DPA