Sand in Taufers – Zwei Eiskletterer aus Deutschland haben in Südtirol einen spektakulären Rettungseinsatz ausgelöst, als einer der beiden beim Abstieg ohne Seil ausgerutscht war und in die Tiefe stürzte. Der Kletterer war unterhalb der Wasserfallspitz auf 1500 Metern in unwegsamen Gelände unterwegs, als das Unglück geschah, berichtet die Bergrettung Sand in Taufers. Es handelte sich um einen 28-Jährigen aus Schwabmünchen (Landkreis Augsburg), er wurde begleitet von einem 31-jährigen Weilheimer.
Der Notruf ging um 16.40 Uhr ein. „Sie hatten sich nicht angeseilt, weil sie bereits im Abstieg waren“, berichtet der Rettungsstellenleiter der Bergrettung Sand in Taufers, Walter Unteregelsbacher. Doch das erwies sich als folgenschwerer Fehler. „Der Jüngere stürzte 50 Meter tief, immer wieder über Felsstufen, auf einer blieb er schließlich liegen“, berichtet Unteregelsbacher. Das erwies sich noch als Glücksfall: „Wenn er die ganze Strecke hinuntergestürzt wäre, wäre das böse ausgegangen.“ Laut Unteregelsbacher erlitt der 28-Jährige einen Becken- und Rippenbruch. „Er konnte nicht mehr gehen, es war ein harter Einsatz, zu steil, um hochzugehen, es wäre sehr spät geworden, vor ein Uhr früh hätten wir ihn nicht erreicht und er wäre total unterkühlt gewesen.“
Die Bedingungen für einen Rettungseinsatz waren ohnehin schwierig. „Das ist ein Nordhang, da war es sehr kalt, an die sieben Grad minus“, sagt der Bergretter. Da auch der Boden gefroren war, wurde ein nachtflugfähiger Helikopter angefordert. Die Eiskletterer machten sich mit einem Lichtzeichen über ihre Handys bemerkbar. Mit einer Winde wurden der Verletzte und sein 31-jähriger Begleiter geborgen und ins Tal geflogen. Der 28-Jährige wurde leicht unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht. WE