Was uns 2026 bringt

von Redaktion

Feste, Wahlen, Jubiläen – Ein Blick auf die Region

Unschönes Jubiläum: Vor 40 Jahren explodierte das Atomkraftwerk in Tschernobyl. © AP/Tass (Archiv)

Böllerschützen treffen sich bei Bad Feilnbach und sind Teilnehmer bei den vielen Gaufesten. © Gerald Foertsch

Duell in der Arena: Für Ritterspiele in Kaltenberg läuft schon der Kartenvorverkauf. © Nicole Messer/Veranstalter

München – 2026: Es ist ein Jahr voller Ungewissheiten. Ukraine, Trump, AfD – was wird nur werden? Ein paar Gewissheiten gibt es aber auch, wenigstens in Oberbayern.

Was wäre das Jahr zum Beispiel ohne Feste. Eine Aufstellung kann nur unvollständig sein. Vom 1. bis 8. Februar 2026 feiert die Tegernseer Tal Montgolfiade mit zahlreichen bunten Fesselballons ihr 25-jähriges Bestehen. Unterschleißheim organisiert das inklusive Mitmachfestival „Zamma“ im Juli mit 30 bis 50 Veranstaltungen. Das Ritterturnier in Kaltenberg ist gesetzt (10. bis 26 Juli), zusätzlich wird die Arena als Konzertstätte wiederbelebt. Den Anfang macht am 1. August Mark Forster.

Tutzing am Starnberger See feiert vom 22. bis 26. Juli zum ersten Mal seit 2017 wieder die Fischerhochzeit. Das historische Festspiel gehört zu den ältesten und eindrucksvollsten Volksfesten Oberbayerns und verbindet Brauchtum und Geschichte. Erzählt wird die Geschichte eines Brautpaares zur Zeit der Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts. Auf dem Marienplatz in Freising wird am 26. April mit einem „Tag des Bieres“ an das Reinheitsgebot von 1516 erinnert. Apropos Bier: Die Brauerei Camba Bavaria in Seeon bietet regelmäßige Brauereirundgänge.

Gartentage gibt es etliche – zum Beispiel in Fürstenfeldbruck (22. bis 25. Mai) und in Weihenstephan (9 und 10. Mai). Laut wird‘s wohl beim Oberbayerischen Böllerschützentreffen am 28. Juni in Litzldorf bei Bad Feilnbach. Ebenfalls Tradition: Das Preisschnalzen in Anger bei Berchtesgaden am 1. Februar. Im Herbst natürlich die vielen Leonhardiritte – und schon am 26. April der Georgiritt in Mittenwald. Ebenfalls in Mittenwald: der Frühjahrs-Kramermarkt (3. Mai). Am anderen Ende Oberbayerns, in Eichstätt, gibt es das ganze Jahr über Spaziergänge auf den einstigen Pfaden der Illuminaten, eines Geheimbundes (Infos in der Touristeninformation).

Politisch spannend wird natürlich die Kommunalwahl am 8. März, wenn in den 2056 bayerischen Gemeinden und Städte insgesamt rund 39 500 Mandatsträger gewählt werden. Kommunalpolitisch relevant: In Aschheim und Pullach sollen im September zum Schuljahresbeginn neue Gymnasien in Betrieb gehen – mittlerweile beträgt der Anteil der Gymnasiasten im Landkreis München mehr als 50 Prozent.

Jubiläen gibt es auch 2026 zuhauf. Zum Beispiel am Ammersee, wo gleich drei Ortsjubiläen bevorstehen: Am Ostufer feiern die Gemeinde Herrsching vom 7. bis 21. Juni und der Andechser Ortsteil Erling vom 23. bis 26. Juli jeweils ihr 1250-jähriges Bestehen. Am Westufer erinnert Dießen vom 30. Juli bis 2. August an den 700. Jahrestag der Erhebung zur Marktgemeinde. In allen Ortsteilen gibt es ein umfangreiches Festprogramm.

Eher unschön dürfte die Erinnerung an den 40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April werden. In Bayern gab es damals, Ältere erinnern sich vielleicht, ein Drama um einen mit strahlenbelasteter Molke umherfahrenden Güterzug – und einen Umweltminister namens Alfred Dick (CSU), der das Molkepulver löffelte, um die Unschädlichkeit zu beweisen. Ob auch die Diskussion um den Atomausstieg hier neu entbrennen wird – man wird sehen. Noch ein Jubiläum, an das sich vielleicht die CSU ungern erinnern wird: Am 19. November jährt sich zum 50, Mal der Kreuther Trennungsbeschluss – also der Tag, an dem auf Druck von Franz Josef Strauß CSU und CDU fortan getrennte Wege gehen sollten (was aber nur einige Tage währte).

Am 2. Dezember dann wird die bayerische Politik den 80. Jahrestag der Verabschiedung der Bayerischen Verfassung begehen. Ob bis dahin die Bayernhymne bei der Zeugnisverleihung Pflicht ist, wie es die CSU wünscht? Man wird sehen. Auf jeden Fall: Die Verfassungsfeier wird ein würdiger Abschluss des zu Ende gehenden Jahres 2026. MM

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