Der Helfer von Aschaffenburg ist zur Festnahme ausgeschrieben.
Aschaffenburg – Er war ein mutiger Helfer bei der Verfolgung des Messerstechers von Aschaffenburg – ist aber seit dem Jahreswechsel ausreisepflichtig und nun zur Festnahme ausgeschrieben. Denn bisher wissen die zuständigen Behörden nicht, ob der 31-Jährige Deutschland wirklich verlassen hat. Der Somalier habe sich nicht bei der Zentralen Ausländerbehörde abgemeldet, teilte die Regierung von Unterfranken mit. „Für die Ausländerbehörde gibt es in solchen Fällen keine Möglichkeit, den tatsächlichen Aufenthaltsort – insbesondere im Ausland – aufzuklären“, hieß es. „Es erfolgte jedoch eine Ausschreibung zur Festnahme.“ Denn der 31-Jährige sei aufgrund seiner Ausreisepflicht nach Italien, wo er einen Aufenthaltstitel besitzt, mit einem Einreise- und Aufenthaltsverbot zu belegen.
Der Somalier hatte nach der tödlichen Messerattacke eines Afghanen auf Kinder und Passanten im Januar 2025 in einem Park in Aschaffenburg eine Duldung erhalten, vor allem, weil er bei den Ermittlungen als wichtiger Zeuge galt. Das Verfahren gegen den Angreifer wurde mittlerweile beendet, der Täter sitzt in einer Psychiatrie. Im Mai hatte der Helfer von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch die Christophorus-Medaille für sein engagiertes Eingreifen erhalten.
Der 31-Jährige lebte zuletzt in einer Unterkunft in Würzburg. Das Zimmer dort sei von dem Mann seit dem 15. Dezember nicht mehr bewohnt worden, so die Regierung. Der Asylantrag des Somaliers war schon im Mai 2024 abgelehnt worden – also deutlich vor den Ereignissen in Aschaffenburg. Auch eine Klage gegen die Ablehnung scheiterte.DPA