Bayern ist Hotspot für Welpenhandel

von Redaktion

737 junge Tiere illegal nach Deutschland gebracht

Die meisten illegal nach Deutschland gebrachten Welpen landen in Bayern. © Zinken/dpa

München – Bayern ist nach wie vor ein Hotspot für den illegalen Tierhandel: Von 737 Tieren in 81 Fällen illegalen Handels, die die Tierschutzorganisation Vier Pfoten im Jahr 2025 entdeckt hat, ereigneten sich 33 Fälle im Freistaat – das sind 41 Prozent. Aufgegriffen wurden 183 Welpen. Weitere Schwerpunkte waren mit 148 Tieren Nordrhein-Westfalen und auch Baden-Würrttemberg mit 42 Tieren. Insgesamt wurden 631 Hunde und 106 Katzen aufgegriffen.

Ursache dafür, dass so viele Welpen illegal nach Bayern gebracht werden, ist die geografische Nähe zu Tschechien. Viele Tiere kommen aus Rumänien, Ungarn, Moldau oder Bulgarien, die häufigste Route führt über Tschechien. Für die Erhebung hat die Stiftung Vier Pfoten Fälle aus Medienberichten, Meldungen über das eigene Meldeportal sowie Fälle, in denen die Stiftung selbst aktiv wurde, zusammengezählt. Die sichergestellten Hunde- und Katzenwelpen seien aber nur die Spitze des Eisbergs, heißt es.

In der ersten Jahreshälfte 2026 soll ein Gesetz zum Schutz von Millionen Hunden und Katzen in Europa, auf das die EU sich im Vorjahr geeinigt habe, final verabschiedet werden. Damit könnte Welpenhändlern ihr perfides Geschäft deutlich erschwert werden. Damit ein Welpe aus der EU legal nach Deutschland einreisen darf, muss er gegen Tollwut geimpft sein sowie einen gültigen EU-Heimtierausweis besitzen. Durch die Impfung gilt ein Mindestalter von 15 Wochen. Welpen aus einem nicht gelisteten Drittland müssen für den grenzüberschreitenden Transport mindestens sieben Monate alt sein. Die jüngsten in Bayern aufgegriffenen Welpen waren gerade einmal drei Wochen alt. „Das Leid der Welpen aus illegalem Handel ist unvorstellbar“, sagt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzstiftung. „Sie werden unter katastrophalen Bedingungen geboren, viel zu früh von ihren Müttern getrennt, häufig nicht artgemäß versorgt und tragen in vielen Fällen ihr Leben lang körperliche oder seelische Folgen davon – sollten sie die Tortur überhaupt überleben.“ Etwa jeder sechste im Jahr 2025 entdeckte illegale Welpe war ein Pudel oder Pudelmischling. Auch Dackel, Pomeranian und Französische Bulldoggen waren häufig vertreten. EPD

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