München – Schnee am Flughafen? Am Münchner Airport war das am Donnerstagmorgen kein Problem, im Gegenteil. „Wir holen sogar Verspätungen auf. Bei uns gehen die Flieger pünktlicher heraus, als sie hereinkommen. Das steigert sich von 61 auf 69 Prozent“, sagt Flughafenchef Jost Lammers.
Die hohe Zuverlässigkeitsrate ist auch der Punkt, den er als Erstes erwähnt, als er beim Redaktionsbesuch die Verkehrszahlen der Flughafen München GmbH (FMG) des Jahres 2025 präsentiert. „Im Sommerflugplan haben wir eine Pünktlichkeit von fast 80 Prozent erreicht. Damit sind wir unter den Top drei der großen europäischen Flughäfen“ – und das trotz des Passagierwachstums von insgesamt 1,8 Millionen auf 43,4 Millionen Fluggäste.
„Einen Riesenhub“, nennt Lammers diese Steigerung um 4,4 Prozent. Der Münchner Airport sei damit der Flughafen mit der höchsten absoluten Passagierzunahme im deutschsprachigen Raum. Die Zahl der Flugbewegungen stieg um drei Prozent auf 337 000. Die Flugzeuge seien durchschnittlich zu 80,9 Prozent ausgelastet.
Während die Zahl der Binnenflüge stagniert, wuchsen die Verkehre zu europäischen Zielen sowie in die Mittelmeerregion um 4,3 Prozent. Der Langstreckenverkehr legte gegenüber 2024 um 8,5 Prozent zu. „Damit liegen wir hier schon über dem Wert vor Corona.“ Allerdings ist die Gesamtzahl noch weit unter alten Rekorden. Im Jahr 2019 verzeichnete der Flughafen insgesamt 417 000 Flugbewegungen, 2007 und 2008 waren es sogar 432 000. Die 3. Startbahn lässt sich so eher nicht begründen.
Das Streckennetz des Münchner Flughafens umfasst derzeit 232 Ziele in 72 Ländern. Stolz zeigt sich Lammers auf die neue Verbindung nach Hongkong durch Cathay Pacific. „Das ist seit vielen Jahrzehnten eine Premium-Airline, und dass sie jetzt München direkt ansteuert, ist ein Riesenerfolg – und gut für die Landeshauptstadt und ganz Bayern, die damit direkt mit einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt angebunden sind.“
Insgesamt sind laut FMG 96 Fluggesellschaften am Start, darunter fünf reine Frachtairlines. Die Luftfracht stieg um zehn Prozent auf 340 000 Tonnen. Lammers bezeichnete dies als „All-Time-Rekord“ und unterstrich die Bedeutung des Flughafens als Jobmotor: „37 000 Jobs – damit sind wir inzwischen einer der größten Betriebsstandorte im ganzen Freistaat“. Mit 700 Auszubildenden und dual Studierenden liege man wieder auf Vorkrisenniveau. Zudem werde inzwischen jeder 100. Euro im Freistaat durch Wertschöpfung im Zusammenhang mit dem Flughafen generiert.DIETER PRIGLMEIR