Ein vereister ICE in Hannover: Dort fuhren gestern kaum noch Züge. © Frankenberg/dpa
Berlin/Hamburg/Hannover – Den Norden Deutschlands hat Wintersturm Elli schwerer erwischt als Bayern. Die Deutsche Bahn musste gestern Vormittag im Großraum Hannover den gesamten Schienenverkehr einstellen. „Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich.“ Der Betriebsstopp sei nötig, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. Gestrandete Fahrgäste wurden an den Bahnhöfen versorgt, es wurden Aufenthaltszüge bereitgestellt. Auch am heutigen Samstag kann es noch zu Verspätungen und Ausfällen im Fernverkehr kommen.
Auch auf den Straßen rund um Hannover kam es in der Nacht und am frühen Morgen wetterbedingt zu einigen Unfällen. Auf einigen Straßen etwa im Westen Deutschlands war es am frühen Morgen dagegen so ruhig wie selten, weil viele Autofahrer wegen der Glättewarnungen zu Hause geblieben waren. Erhebliche Behinderungen gibt es auf mehreren Autobahnen: In Osthessen waren wegen festgefahrenen Lastwagen drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, die A4 und die A5. Bei Calw in Baden-Württemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter, dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht.
Auf den Betrieb des größten deutschen Flughafens in Frankfurt hatte das Winterwetter gestern keine größeren Auswirkungen. Starts und Landungen fanden wie geplant statt. „Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht“, sagte die Sprecherin. Härter getroffen hat es den Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste, er ist gestern weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln waren nicht mehr per Schiff erreichbar. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drückt das Wasser von der Küste weg, Fähren können dann nicht oder nur eingeschränkt fahren.
In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fiel der reguläre Schulbetrieb gestern aus, weil die Schulbusse nicht fahren konnten. Teilweise gab es Distanzunterricht.DPA