Rachemord beim Neujahrsfest?

von Redaktion

43-Jähriger soll Cousin erstochen haben – um den Tod der Schwester vor 20 Jahren zu vergelten

Der Angeklagte im Gerichtssaal. © Karmann/dpa

Nürnberg – War es Mord aus Rache für ein Gewaltverbrechen vor vielen Jahren? Auf einem kurdischen Neujahrsfest mit rund 1000 Gästen soll ein 43-Jähriger seinen Cousin erstochen haben. Zu Beginn des Mordprozesses vor dem Landgericht in Nürnberg schwieg der Syrer zu den Vorwürfen.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Es war Mord aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke. Das Motiv: Der Cousin soll angeblich die Schwester des Angeklagten vor ungefähr 20 Jahren in Syrien getötet haben.

Den Ermittlungen zufolge hatte der 43-Jährige am 23. März 2025 das Fest in Parsberg (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) zusammen mit seiner Frau und seinen fünf Kinder besucht. Unweit eines Lagerfeuers habe er seinen Verwandten entdeckt, sagte Staatsanwältin Miriam Schmitt-Wüstenhagen. „Spätestens zu diesem Zeitpunkt fasste der Angeschuldigte den Entschluss, seinen Cousin zu töten, um seine Schwester zu rächen.“

Mit einem Küchenmesser habe er sich dem 39-Jährigen von hinten genähert und diesem direkt ins Herz gestochen. Anderen Feiernden gelang es demnach, den Angreifer festzuhalten und ihm das Messer abzunehmen. Woher der Angeklagte das Messer hatte, blieb in der Verhandlung zunächst offen.

„In diesem Verfahren geht es nicht um die Frage, ob ein Mensch getötet wurde“, sagte Verteidiger Maximilian Bär. Es gehe vielmehr um die strafrechtliche Würdigung. Dass der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke gehandelt habe, stehe nicht fest. Eine Verurteilung wegen Mordes sei daher nicht möglich. Das Landgericht hat zwölf weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte Ende Februar fallen.DPA

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