Tödliche Kollision: Zwei Menschen starben auf den verschneiten Straßen in Reisbach. © Haubner/NEWS5
Im Kreis Passau ist ein Bagger in die eiskalte Donau gerutscht. Der Fahrer blieb unverletzt. © VPI Passau/dpa
Mit einer Schneefräse räumte ein Mann den Weg am Ufer des Walchensees frei. © Kneffel/dpa
In den Kanal gerutscht: In Gelting mussten die Rettungskräfte ein Auto bergen. © Sabine Hermsdorf-Hiss
München – Das Sturmtief Elli hat Kälte und Schnee nach Bayern gebracht. Der Deutsche Wetterdienst sprach eine Unwetterwarnung aus, vor allem in weiten Teilen Ostbayerns herrschte Warnstufe drei von vier. Der Süden ist etwas glimpflicher davongekommen. Doch auch in Oberbayern gab es etliche wetterbedingte Rettungseinsätze.
■ Unfälle wegen Glätte
In Gelting im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist das Auto einer 46-Jährigen auf einer vereisten Brücke in den Loisach-Isar-Kanals gerutscht. Er war zum Glück zugefroren, die Fahrerin blieb unverletzt. Im mittelfränkischen Greding ist eine 23-jährige Autofahrerin ins Rutschen geraten und mit einem Schneepflug kollidiert. Anschließend wurde ihr Auto auf die Gegenfahrbahn geschleudert, es streifte den Wagen eines 44-Jährigen. Der Unfall ging glimpflich aus, die 23-Jährige wurde leicht verletzt.
Auf den Autobahnen in Unterfranken rückte die Polizei über 50 Mal aus. Auf der A7 im Kreis Kissingen kamen zwei Dutzend Lastwagen im Schneetreiben nicht mehr voran. Auf der A70 im Kreis Schweinfurt war ein Lastwagen wegen der Glätte gegen eine Leitplanke geprallt. In Niederbayern wurden bei Unfällen mindestens sechs Menschen verletzt.
Im Landkreis Dingolfing-Landau sind bei einem Frontalzusammenstoß zwei Menschen ums Leben gekommen. Einer der Wagen war bei Reisbach ins Schleudern geraten. Im oberpfälzischen Kirchenthumbach kam ein 52-jähriger Autofahrer ums Leben. Er war in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und mit seinem Auto gegen einen Baum geprallt.
In Ichenhausen im schwäbischen Kreis Günzburg sind zwei 18-Jährige mit Vaters Auto im eisigen Wasser gelandet. Der junge Fahrer hatte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, es schoss einen Abhang hinunter und landete in der Günz. Die beiden konnten sich aus dem sinkenden Auto befreien und ans Ufer schwimmen. Sie waren unterkühlt, aber unverletzt. Im Kreis Passau ist ein Bagger wegen der Glätte in die Donau gerutscht und versunken. Der 52-jährige Fahrer konnte sich unverletzt aus der Kabine befreien und ans Ufer schwimmen.
■ Verspätungen der Züge
Viele Bahnfahrer haben am Freitag noch etwas stärkere Nerven gebraucht als sonst. Zwischen Köfering und Obertraubling im Kreis Regensburg stoppte die Bahn am Morgen den Zugverkehr, zwischen Franken und der Oberpfalz mussten die Regionalzüge langsamer fahren. Größere Störungen blieben jedoch aus. Die Deutsche Bahn betonte gestern, sie habe für den Winter vorgesorgt: Von den mehr als 10 000 Weichen in Bayern können rund 8140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen würden schwere Loks über verschneite Gleise fahren und eine Spur für Züge ziehen. Dünne Eisschichten auf den Oberleitungen sind laut einer Sprecherin meist kein Problem. Dennoch sei man auch bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungen gefeit.
■ Schulen bleiben zu
In 18 Städten und Landkreisen von Niederbayern bis Unterfranken fielen gestern die Schulen aus. In der Oberpfalz fand sogar flächendeckend Unterricht per Videokonferenz statt. In den oberbayerischen Landkreisen entschieden die Landratsämter, den Unterricht nicht abzusagen. Eltern, deren Kinder nicht in die Schulen kommen können, sollten sich melden – die Kinder seien dann vom Unterricht entschuldigt.
■ Lawinengefahr
Noch ist die Lawinengefahr in den Bergen gering. Das kann sich aber schnell ändern. Für die Nacht auf Samstag waren zehn Zentimeter Neuschnee angekündigt, in den Hochlagen der Allgäuer Alpen bis zu 15 Zentimetern. Dazu kommt starker Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h. Durch die Windverfrachtungen wird die Lawinengefahr steigen.
■ Wasserwacht warnt
Aktuell sind viele Seen in Bayern zugefroren. Die Wasserwacht rät jedoch zur Vorsicht. Nicht überall ist das Eis stabil. Wenn feuchte Stellen oder Löcher zu sehen sind, sollte man sich keinesfalls aufs Eis wagen.