Laster prallt gegen Tunnel-Portal

von Redaktion

Brand auf der Tauernautobahn legt Verkehr lahm – Lkw-Fahrer rettet sich vor Feuer

Der ausgebrannte Sattelschlepper: Einsatzkräfte der Feuerwehr haben den Brand im Eingangsbereich des Tunnels gelöscht. Der Fahrer hat überlebt. © Michael Hudelist

Salzburg – Ein brennender Lastwagen auf der Tauernautobahn hat am Wochenende tausende Autofahrer, unter ihnen etliche Ski-Urlauber, ausgebremst. Der Brentenbergtunnel ist so stark beschädigt, dass er bis auf Weiteres gesperrt bleibt. Auf den Ausweichrouten kommt es zu stundenlangen Staus.

Das Unglück ereignete sich am frühen Freitagabend. Aus bislang ungeklärter Ursache prallte ein Laster, der in Fahrtrichtung Salzburg unterwegs war, gegen das rechte Portal des Brentenbergtunnels. Der mit Verpackungsmaterial beladene Lkw ging in Flammen auf. Der Fahrer, ein 41-jährige Rumäne, hatte Glück – er konnte sich rechtzeitig aus dem deformierten Führerhaus befreien, das durch die Wucht des Aufpralls von der Zugmaschine abgetrennt worden war. Er flüchtete vor dem Feuer etwa 50 Meter in den Tunnel hinein. „Die Feuerwehr fand ihn recht schnell, er wurde zur weiteren Versorgung durch das Rote Kreuz nach Salzburg gebracht“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr im österreichischen Fernsehen.

Da die Unfallstelle an der Einfahrt des Tunnels liegt, fuhren keine weiteren Fahrzeuge mehr hinein. Alle Fahrzeuge, die sich zum Zeitpunkt der Kollision in der Röhre befunden hatten, konnten den Tunnel verlassen. Ein glimpflicher Verlauf für alle Beteiligten. Das Unglück hatte Erinnerungen an den Brand im Tauerntunnel im Jahr 1999 geweckt. Bei dieser Katastrophe infolge eines Auffahrunfalls waren zwölf Menschen ums Leben gekommen, 42 wurden verletzt.

Nach Ansicht der österreichischen Straßengesellschaft Asfinag hat der Anpralldämpfer am Tunnelportal den Lkw-Fahrer vor Schlimmerem gerettet. Auch die Löschwasserversorgung habe hervorragend funktioniert.

Trotzdem ist nur ein halbes Jahr nach der aufwendigen Tunnelsanierung ein großer Schaden entstanden. Das ganze Ausmaß zeigte sich bei Tageslicht. „Der Brand führte zu massiven Schäden an der Beleuchtung, Funk- und Brandmeldekabel, an den technischen Sicherheitseinrichtungen und an der Fahrbahn“, teilte Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl mit. „Durch die große Hitze kam es auch zu umfangreichen Betonabplatzungen in diesen Bereichen.“

Für den Verkehr hat das Unglück weitreichende Folgen. Die Tauernautobahn wurde nach dem Unfall für mehrere Stunden gesperrt, die Bergung des Sattelschleppers zog sich bis in die Nacht hinein. Der Verkehr staute sich bis Hüttau im Pongau zurück.

Wie lange die Tauernautobahn in Richtung Norden gesperrt bleibt, ist bislang noch unklar. Es wurde eine großräumige Umfahrung über die B159 und den Pass Lueg eingerichtet. Die Ausweichrouten waren innerhalb kurzer Zeit völlig überlastet. Für die Region bedeutet die Sperrung eine große Belastung. Vor Ort wird befürchtet, dass dem Süden Salzburgs erneut ein wochenlanges Stau-Chaos droht. Bereits am Samstag kam es auf der A10 Richtung Norden zu Staus von bis zu drei Stunden. CORINNA KATTENBECK MICHAEL HUDELIST

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