Im Kreis Altötting war ein Schulbus in die Böschung gerutscht. Verletzte gab es nicht. © Fib
Räumen und streuen war gestern angesagt – nicht nur auf den Autobahnen. © Kneffel/dpa
München – Dicke Flocken, verschneite Wege, glatte Straßen, gestrichene Flüge, Unterrichtsausfall: Der Winter hat Bayern weiter fest im Griff. Denn auf Wintersturm „Elli“ folgte nun Tief „Gunda“. Der Deutsche Wetterdienst warnt erneut vor Glatteis. Bei teils steigenden Temperaturen bleibt die Gefahr durch gefrierenden Regen oder überfrierende Nässe, vor allem im Osten Bayerns. Für ganz Bayern gilt die Unwetterwarnstufe drei von vier.
Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten – gerade bei Blitzeis. An den Flughäfen in Bayern mussten Airlines mehrere Flüge wetterbedingt streichen. „Aktuell liegen uns 15 Annullierungen bei 736 geplanten Flugbewegungen aufgrund der Wetterlage vor“, teilte ein Sprecher des Flughafens München gestern Vormittag mit. Bei der Deutschen Bahn blieben bis zum Vormittag größere Beeinträchtigungen durch das Wetter aus. Bisher laufe der Verkehr weitgehend ungestört, sagte eine Sprecherin. Im Norden Deutschlands, wo am Freitag der Fernverkehr eingestellt worden war, hat sich die Lage entspannt. Auf den Schnellfahrstrecken hat die Bahn wegen der Glatteis-Lage aber die Höchstgeschwindigkeiten der Züge reduziert, es kommt zu Verspätungen.
In Bayern fiel gestern an vielen Schulen am Untermain der Präsenzunterricht aus. „Vor dem Hintergrund der für heute geltenden amtlichen Unwetterwarnung vor Glatteis können die Straßenmeistereien die Schulwegsicherheit nicht gewährleisten“, teilten Kommunen auf der Webseite „Unterrichtsausfall.Bayern.de“ mit.
Auf der A6 in Mittelfranken war die Fahrbahn gestern spiegelglatt, laut Polizei kam es zu mehreren Unfällen. In Schneizlreuth im Berchtesgadener Land kam ein Lkw von der glatten Straße ab und rutschte über einen Abhang. Der Laster blieb an Bäumen hängen, drohte aber abzustürzen. Einsatzkräfte sicherten den Lkw und befreiten den 40-jährigen Fahrer. Im Landkreis Altötting geriet ein Schulbus an einem steilen Berg ins Rutschen und landete in der Böschung. Schüler waren nicht im Bus, der Fahrer blieb unverletzt.
Bei einem schweren Unfall auf der A6 bei Nürnberg ist ein Mensch ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben geriet ein Lastwagenfahrer ins Schlingern und auf die linke Fahrbahnseite, wo er zwei Autos erfasste. Ein Wagen und der Lkw hätten Feuer gefangen, sagte der Sprecher. Die Person auf dem Beifahrersitz in dem Auto sei tödlich verletzt worden. Die Polizei in Mittelfranken warnte nach mehreren Unfällen auf glatter Fahrbahn vor Fahrten auf der Autobahn 6 südlich von Nürnberg. „Die Fahrbahn dort ist spiegelglatt“, hieß es.
Die Meteorologen erwarten in Bayern zwar eine leichte Entspannung. In den nächsten Tagen wird aber Regen erwartet, es kann erneut spiegelglatt werden. DPA