Frischekur für die Therme Erding

von Redaktion

Neue Saunen, Pflanzenwelten und Kunst prägen den modernisierten Wellnessbereich

Die Massagebetten funktionieren mit Wasserdruck.

Poolbar statt Grotte: Die Papp-Lagune musste weichen, jetzt gibt‘s eine sehr große Poolbar.

Frischer Wind in der Reflexion-Sauna – dafür sorgt hier die Thermenmitarbeiterin Theresa Pfahler. © Dieter Priglmeir (3)

Erding – Natürlich ist sie Stammgast in der Therme Erding, sagt die Frau aus Potsdam. Ein, zwei Mal im Jahr gönne sie sich das. „Die alte Grotte vermisse ich ein bisschen.“ Das ist aber auch ihre einzige Kritik, nachdem die Therme Erding an 24 Tagen im November während des laufenden Betriebs umgebaut wurde. „So hell, so spektakulär, und so viele Blumen“, sagt die Potsdamerin.

Geschäftsführer Marcus Maier ging während einer Pressekonferenz genauer ins Detail. Zeitgleich waren teilweise über 160 Mitarbeiter auf der Baustelle“, erzählt er. Investiert wurde ein zweistelliger Millionenbetrag – aber das sind ja die üblichen Dimensionen der größten Therme Europas. 2023 wurde der 30-millionste Gast begrüßt. „Gestern habe ich ausgerechnet, dass wir ab 2028 den 40-millionsten Gast haben werden“, sagt Maier.

Ein zentraler Impuls für die Neugestaltung kam von Robert Hanea, dem Betreiber der Therme Bukarest. Nach der Übernahme im vergangenen Jahr sei beschlossen worden, „dass wir den Mittelbereich ein wenig upgraden“. Dieser sei ein wenig in die Jahre gekommen, sagt Maier. Heraus kamen 550 Quadratmeter sogenannte Greenwalls mit Pflanzen, große Screens und ein komplett neu gestalteter Beckenkopf. „Der war früher weiß und ist nun ein grüner Naturstein.“

Wo früher die Grotte war, befindet sich jetzt eine große Poolbar. Außerdem gibt es einen neuen Duschbereich, das größte Kältebecken Europas sowie drei neue Saunen. Insgesamt wurden rund 23 000 Pflanzen verbaut, darunter etwa 2300 Orchideen. „Die müssen alle zwei bis drei Monate ausgewechselt werden und kommen aus Holland“, sagte Maier. Inzwischen arbeiten sechs festangestellte Gärtner in der Therme.

Neu ist auch die stärkere Verbindung von Kunst und Wellness. Thermegäste könnten Werke sehen, „die man sonst nur im Museum sieht“. Im Außenbereich fallen 38 mechanische Blüten ins Auge – in Gedenken an den verstorbenen Thermenvater Josef Wund, der 1938 geboren wurde. Überarbeitet wurde außerdem der Jungbrunnen-Bereich. Dazu erzählte Maier eine Anekdote. „Wir wollten dort ein Fotoshooting mit Markenbotschafter Thomas Müller machen, aber die Location war einfach nicht mehr schön genug.“ Nun ist der Beautybereich deutlich vergrößert.

Große Bedeutung misst Maier dem textilen Saunen bei. „Wir merken, dass die Nachfrage größer wird, weil viele unterschiedliche Kulturen in Deutschland wohnen“, sagte Maier. Und auch viele junge Gäste wollten sich nicht vollständig ausziehen. Rund 350 000 Gäste besuchen inzwischen den textilen, etwa 500 000 den textilfreien Saunabereich. Neu seien zudem die Massagebetten mit Wasserdruck, eine Idee aus der Therme in Bukarest. Auf Solarien werde künftig verzichtet, klassische Massagen bleiben im Angebot.

Der Blick geht bereits nach vorn. Geplant sind zwei zusätzliche Dampfbäder sowie Veranstaltungen wie die „Lange Nacht der Saunen“ oder ein Rutschenfestival. „Der Schwerpunkt wird aber immer auf Wellness liegen“, betonte Maier. Jetzt liege der Fokus auf dem neuen Kelohaus. Einen konkreten Zeitplan für diese nordische Sauna gebe es noch nicht, sie soll in der ersten Jahreshälfte entstehen. Der Start hängt auch vom Architekten aus Finnland ab.

Mit rund 4000 Liegen, rund 650 bei der Therme Beschäftigten und weiteren 350 Mitarbeitern bei Vertragspartnern bleibt die Therme Erding auch personell konstant. Die Ticktet-Preise wurden wegen des Umbaus nicht erhöht. Wenn das passiere, dann wie bisher nur durch die üblichen Preissteigerungen, heißt es. DIETER PRIGLMEIR

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