LIEBE KINDER

von Redaktion

Es ging das Gerücht um, Waschbär Waldemar habe Besuch von seinem Cousin. Aber Klara schnatterte, das sei alles ein Irrtum: „Der unbekannte Besucher ist gar kein Waschbär, sondern ein Marderhund. Er ist nachts oft auf Nahrungssuche.“ „Ein Marderhund?“ Klara nickte. „Man kann die leicht mit Waschbären verwechseln, vor allem im Dunklen, weil sie so eine ähnliche Gesichtsmaske haben. Deshalb nennt man Marderhunde auch Waschbärhunde, aber sie unterscheiden sich z.B. am Schwanz, der nicht wie beim Waschbären gebändert ist. Auch können Marderhunde nicht klettern.“ „Was fressen sie?“, quakte Agnes. Klara seufzte. „So ziemlich alles, was ihnen über den Weg läuft: Insekten, Amphibien wie Frösche, Pflanzen, Nagetiere, Vögel, Reptilien, Egel, Fische, Pilze und sogar Aas. Marderhunde stammen ursprünglich aus Fernost, genauer gesagt aus dem östlichen Sibirien, dem Nordosten Chinas oder Japan.“ „Das ist aber weit weg“, staunte Agnes. „Ja, Zweibeiner haben sie im frühen 20. Jahrhundert nach Osteuropa gebracht, weil sie die Marderhunde züchten wollten und ihr Fell zu Pelzen verarbeiten. Langsam haben die Marderhunde sich dann Richtung Westen ausgebreitet“, meinte Klara. „Das heißt, sie gehören zu den Lebewesen, die hier früher nicht heimisch waren, wie das Springkraut“, quakte ich. Klara nickte. „Genau, in der Fachsprache nennt man Arten, die sich durch das Zutun der Zweibeiner in anderen Gebieten ansiedeln, Neobiota.“

Eure Paula

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