Zentimeterdicke Eisschicht: Ein Foto unseres Zeitungszustellers im Raum Garmisch. © Privat
Auto auf dem Eis: Eisstockschießende Feuerwehrler halfen sofort. © Bock/vifogra
13 Verletzte: Das war die traurige Bilanz einer Massenkarambolage auf einer Bundesstraße bei Lichtenfels. © Merzbach/News5/dpa
München – In den vergangenen Tagen hatten es vor allem die anderen Teile Deutschlands getroffen, in der Nacht zum Dienstag waren nun auch die Straßen in weiten Teilen Bayerns spiegelglatt. Dabei haben sich zahlreiche Unfälle ereignet, darunter eine Massenkarambolage. Etliche Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer, hieß es von der Polizei. Besonders angespannt war die Lage in Oberfranken, wo sich etwa auf der A9 eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht gebildet hatte. Tief „Gunda“ hatte für Eisregen gesorgt, der Straßen und Fußwege in eisige Rutschbahnen verwandelte. Mancherorts gab es Blitzeis, auch die Zusteller unserer Zeitung kamen zum Teil nicht mehr weiter.
Im oberfränkischen Lichtenfels wurden nach Angaben der Polizei am Abend bei Blitzeis mindestens 13 Menschen bei einer Massenkarambolage auf einer Bundesstraße verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Straße sei so glatt gewesen, dass die Streufahrzeuge kaum von der Stelle gekommen seien. In die Massenkarambolage seien 18 Autos, ein Lastwagen und ein Streufahrzeug verwickelt gewesen. Auf der A9 bei Bayreuth meldete die oberfränkische Polizei bis zum Morgen 14 Unfälle bei Glätte. Mindestens neun Menschen seien leicht verletzt worden, sagte eine Sprecherin.
Auch in Oberbayern rückten die Einsatzkräfte aus: Bei der Eisglätte seien etliche Fahrzeuge auf der Bundesstraße 20 an der Landesgrenze zu Österreich stecken geblieben. Zwei Lastwagen steckten in einer Kurve bei Bayerisch Gmain fest und blockierten damit die gesamte Straße, wie die Polizei berichtete. Bei Tuntenhausen (Landkreis Rosenheim) wurden bei einem Frontalzusammenstoß sieben Menschen verletzt. Als Unfallursache vermutete die Polizei Glätte. Unter den Verletzten seien auch zwei vierjährige Kinder, eines davon habe schwere Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher.
Mit dem Schrecken kamen Feuerwehrleute in der Oberpfalz davon. Sie vergnügten sich am Montagabend beim Eisstockschießen auf dem Hammersee bei Bodenwöhr, als plötzlich ein Auto über die Eisfläche schlitterte. Der 20-jährige Fahrer habe wohl aufgrund überfrierender Nässe die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, sei über einen kleinen Abhang auf das Eis geraten und dort rund 30 Meter weit gerutscht, wie die Polizei in Neunburg vorm Wald berichtete. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehrleute mussten ihr Abendvergnügen unterbrechen und stattdessen helfen, mit der Wasserwacht und einem Abschleppdienst samt Kran das Auto zu bergen.
Im Laufe des Tages entspannte sich die Lage bei 12 Grad im bayerischen Oberland, meldete der Deutsche Wetterdienst. Während vom Norden her Regen heranzieht, soll der Mittwoch an den Alpen freundlich werden. Die Temperaturen liegen den Prognosen zufolge zwischen 5 Grad in Ostbayern und 8 bis 12 Grad von Unterfranken bis zu den Alpen.DPA/MM