Gestern früh wurde ich davon wach, dass ich plötzlich einen Flügel auf meinem Kopf spürte – und es war nicht mein eigener. Also schlug ich verwundert die Augen auf und erblickte Klara gleich neben meinem Nest, die ebenfalls gerade aufgewacht war und genauso verdutzt dreinschaute wie ich.
Erst allmählich schien sich Klara wieder zu erinnern. „Ich habe heute Nacht lauter verrücktes Zeug geträumt“, quakte sie. Dabei war sie wohl aus ihrem Nest gefallen.
„Ob Zweibeiner wohl auch manchmal im Schlaf aus ihren Betten fallen?“, schnatterte ich. „Kleinen Zweibeinerkindern kann es tatsächlich passieren“, tönte es aus Agnes‘ Nest, die inzwischen auch erwacht war. „Deshalb schlafen Menschenkinder oft in Gitterbetten, damit sie nicht im Schlaf herauspurzeln. Erwachsene brauchen das nicht mehr. Die haben gelernt, auch im Schlaf nicht aus dem Bett zu fallen.“
„Wie kann man das denn lernen?“, fragte Klara ungläubig. „Das funktioniert so“, quakte Agnes. „Der menschliche Schlaf teilt sich in verschiedene Phasen ein. Im Tiefschlaf und im Traumschlaf bewegen sich Zweibeiner fast gar nicht. Da sind die Impulse vom Gehirn zu den Muskeln blockiert. Nur im Leichtschlaf und in kurzen Wachphasen bewegen sie sich. Und in diesen Phasen nimmt ihr Gehirn unbewusst bestimmte Signale wahr. Wenn der Körper die Warnung meldet‚ sendet das Gehirn an die Muskeln das Signal: ‚Obacht, schnell in die andere Richtung rollen.‘ Eure Paula