Eine Feneberg-Filiale im Allgäu. © Bihlmayer/IMAGO
Kempten – 72 Filialen zwischen Ammersee und Bodensee und insgesamt 3000 Mitarbeiter: Die insolvente Supermarkt-Kette Feneberg braucht dringend einen Investor, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. „Der Verkaufsprozess ist gestartet“, bestätigte Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold demnach. Das Unternehmen wurde 1947 gegründet und ist Teil des Edeka-Verbundes.
Erst vor wenigen Tagen hatte Feneberg bekannt gegeben, sich unter eigener Regie sanieren zu wollen: „Ziel ist es, das Unternehmen wirtschaftlich nachhaltig neu aufzustellen – bei laufendem Geschäftsbetrieb“, hieß es am 9. Januar. Das Unternehmen beantragte dafür beim Amtsgericht Kempten ein sogenanntes Schutzschirmverfahren.
Unklar ist, ob dabei Filialen geschlossen oder Mitarbeiter entlassen werden „Das werden am Ende die Gläubiger entscheiden“, so Sanierungsgeschäftsführer Leibold zum „BR“. Laut Leibold leidet Feneberg seit Jahren unter hohen Schulden und Pensionsrückstellungen. „Außerdem ist das Filialnetz nicht durchgehend profitabel“. Das hat auch mit der allgemeinen Konsumzurückhaltung zu tun: Die Kunden geben weniger für teurere Bio-Lebensmittel aus. Das gilt auch für das „VonHier“-Programm von Feneberg: 70 Prozent des Sortiments werden von Edeka geliefert, 30 Prozent von Landwirten aus der Region.
Die Gewerkschaft macht Missmanagement der Geschäftsführung für die Misere verantwortlich. Die Mitarbeiter hätten bereits „erhebliche Opfer gebracht“, so eine Vertreterin. „Weitere Kürzungen können und dürfen nicht die Antwort sein.“MAS