Baustart für Mühldorfer Bahnstrecke wackelt

von Redaktion

München/Dorfen – Seit schier unendlicher Zeit wird über den Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing (ABS 38) diskutiert. Die bisher fast durchgängig eingleisige Strecke soll ein zweites Gleis erhalten und elektrifiziert werden. Die Planungen für das in 16 Abschnitte unterteilte Milliardenprojekt sind weit fortgeschritten, zuletzt hatte DB-Projektleiter Michael Feigl den Spatenstich für den ersten Bauabschnitt 1.4 Embach– Esterndorf–Anning für Ende der 2020er-Jahre angekündigt. Der Abschnitt liegt westlich von Dorfen (Kreis Erding). Doch nun scheint das Projekt erneut zu wackeln, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht. Der Bahnexperte der Grünen, Matthias Gastel, hatte wissen wollen, ob es Bahnprojekte mit abgeschlossener Planung gibt, bei denen der Bau wegen fehlender Gelder nicht beginnt. Das Bundesverkehrsministerium listet fünf Projekte bundesweit auf, bei denen das tatsächlich der Fall ist – neben einem Regensburger Container-Terminal ist als bayerisches Projekt auch der fragliche Planungsabschnitt bei Dorfen darunter.

„Das Einzige, was diese Regierung wirklich kann, ist eine Endlosschleife aus Versprechen, die sie verlässlich brechen, aufrecht zu erhalten“, kommentiert die Rosenheimer Abgeordnete Victoria Broßart (Grüne). Dabei habe Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt, „alles was baureif ist, wird auch gebaut“. Dass „kein Geld für die ABS 38 da ist, nachdem die Menschen schon unter Verzögerungen durch Andreas Scheuer leiden mussten, ist besonders hart“. Bei 500 Milliarden Euro Sondervermögen für Infrastruktur nicht nachvollziehbar. DW

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