LIEBE KINDER

von Redaktion

Immer wenn mein Lieblingskollege ein weißes Hemd trägt, dann gibt es in der Kantine eine giftgrüne Suppe oder Nudeln mit roter Soße – und ich kann später an Spritzern auf dem Hemd sehen, was der Kollege genossen hat. Zurzeit kann ich auch bei Waldemar immer am Brustfell sehen, ob er gerade vom Dorfbäcker kommt. Denn dort probiert er die Krapfensorten durch, und welche dran war, erkennt man an den Flecken auf seinem Fell: Von Marmelade über Pistaziencreme bis zu Schokomus war schon alles dabei.

Gestern saß Waldemar gut gelaunt am Seeufer und brummte, er habe ein neues Spiel erfunden. Mit drei Worten sollten wir einen Gegenstand beschreiben, und die anderen sollten raten, was gemeint ist, erklärte er und brummte: „Ufo mit Marmelade drin“, brummte Waldemar. „Upps“, quakte Klara und blinzelte nachdenklich. Ich aber stellte mir ein Ufo vor, und da schoss mir eine Idee in meinen Entenkopf. „Krapfen“, schnatterte ich. Waldemar nickte. Dass Krapfen ein bisschen wie Ufos aussehen, da gab ich Waldemar recht. Er wusste auch, warum, denn er hatte dem Bäcker zugesehen: „Krapfen sind oben und unten dunkel und haben in der Mitte einen hellen Ring, da sie in heißem Fett gebacken werden“, erklärte der Vielfraß. Und weil der Krapfen darin erst mit der einen, dann mit der anderen Seite nach unten schwimmt, werden diese Seiten dunkel. Weil er aber nie bis zur Hälfte untergeht, entsteht ein heller Ring.

Eure Paula

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