Schneider Weisse schluckt Weltenburger und Bischofshof

von Redaktion

Weltenburger Bier entsteht in der ältesten Klosterbrauerei der Welt. © imago

Georg VII. Schneider. © sco

Kelheim – Die Brauerei Schneider & Sohn aus Kelheim übernimmt die Markenrechte der unter Druck stehenden Brauereien Weltenburger und Bischofshof. Der Verkauf soll ab 1. Januar 2027 gültig sein. Die von einer Stiftung des Bistums Regensburg getragene Brauerei Bischofshof in der Oberpfälzer Domstadt soll aber bis Ende 2026 schließen.

Die Deutschen trinken immer weniger Bier, der Absatz schrumpft. „Auf uns alleine gestellt war ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Marken trotz aller Anstrengungen und guten Weichenstellungen der letzten Monate nicht mehr möglich“, sagt Till Hedrich, Geschäftsführer von Bischofshof und Weltenburger. Durch die „bayerische Lösung“ mit Schneider Weisse könne man die drohende Geschäftsaufgabe oder die Zerschlagung durch einen Investor „ohne Bezug zur Region und Geschichte“ abwenden.

Die Produktion wird in Kelheim und Weltenburg zusammengelegt. Mit dem „Portfolio absoluter Traditionsmarken“ als Alleinstellungsmerkmal und den Synergien von Einkauf über Herstellung bis Vertrieb sieht sich Schneider-Weisse-Chef Georg VII. Schneider bestens für die aktuellen Herausforderungen der Branche aufgestellt. Über den Kaufpreis vereinbarten die Vertragspartner Stillschweigen. Die 1050 gegründete Brauerei Weltenburg ist die älteste Klosterbrauerei der Welt und war seit 1973 Teil von Bischofshof. Die 56 Brauerei-Mitarbeiter von Bischofshof sollen an Unternehmen aus der Branche vermittelt werden. Ihre 21 Mitarbeiter aus der Logistik bleiben.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer betont: „Neben dem Traditionsaspekt ist für uns ganz zentral, dass wir durch den Erhalt der Braustätte im Kloster Weltenburg sowie der Logistikabteilung von Bischofshof zumindest einen Teil der Arbeitsplätze direkt in der Region halten können.“ Für eine Fortführung der Brauerei in Regensburg habe allerdings „jede wirtschaftliche Grundlage“ gefehlt. SCO

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