Wer hat Marion (13) erschlagen?

von Redaktion

Zwei Mordfälle an jungen Mädchen mit vielen Parallelen – Ermittlungen neu aufgerollt

Diese Übersichtscollage mit Landkarte und Fotos haben die Ermittler der Kriminalpolizei Fürth jetzt veröffentlicht. Links das Mordopfer Marion Baier, rechts der Tatort südlich von Zirndorf mit den Fundstücken. © Polizeipräsidium Mittelfranken

Kempten/Fürth – 52 Jahre nach dem Mord an der zwölfjährigen Marion Baier in Mittelfranken geht die Polizei einer neuen Spur nach. Demnach gibt es einen möglichen Zusammenhang mit dem Mord an einem 13-jährigen Mädchen im Allgäu einige Jahre später. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am Mittwoch (20.15 Uhr) werden Ermittler die Bevölkerung aus dem Raum Kempten und in der Region rund um Zirndorf und Oberasbach um Hinweise zu den beiden Mordfällen bitten.

Marion Baier wurde in der Nacht zum 2. Juli 1973 in Oberasbach im Kreis Fürth erschlagen. Am Abend zuvor hatte sie das Fischerfest im benachbarten Zirndorf besucht. Ein Arbeiter fand das tote Mädchen am nächsten Morgen auf der Baustelle eines Neubaugebiets. Da die Leiche teilweise entkleidet war, gehen die Ermittler von einem Sexualmord aus.

Ein Täter konnte damals nicht gefunden werden, obwohl die Polizei am Tatort diverse Beweismittel fand: mehrere Schuhabdrücke mit dem Sohlenprofil der Marke Adidas sowie ein Silbermedaillon mit dem heiligen Christophorus, das vermutlich dem Täter gehörte. Ein „Aktenzeichen XY“-Beitrag im Jahr 1974 brachte auch nicht den erhofften Durchbruch.

Eine neue Untersuchung der Beweismittel ergab laut Polizei nun neue wichtige Erkenntnisse: Die Tat in Oberasbach weise Parallelen zu dem Mord an der 13-jährigen Sonja Hurler im Allgäu im Jahr 1981 auf, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Das Mädchen hatte sich damals in der Nacht auf den 5. Juli nach einem Streit mit der Mutter in Kempten zu Fuß auf den Weg zur Großmutter gemacht – war dort aber nie angekommen. Die Leiche wurde drei Monate später unweit eines Stadels gefunden. Auch Sonja Hurler wurde laut den Ermittlern Opfer eines Sexualmords.

2023 hat die Kriminalpolizei Kempten den Cold Case wieder aufgerollt, nachdem sie dank neuer kriminaltechnischer Methoden an den Beweismitteln eine DNA-Spur sichergestellt hatte. Bei einer Reihenuntersuchung nahm diese Speichelproben von 300 Männern, die zum Tatzeitpunkt in der Nähe wohnten – ohne Ergebnis.

Die Ermittler in Mittelfranken und Schwaben setzen nun auf die Hilfe von Zeitzeugen aus den Jahren 1973 und 1981. Die Kriminalpolizei Fürth interessiert sich zudem für Fotos, die Besucher damals auf dem Fischerfest in Zirndorf gemacht haben. Das Landeskriminalamt hat 10 000 Euro als Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung des Mordes an Baier oder zur Festnahme des Täters führen. IRENA GÜTTEL

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