Wiggerl statt Aloisius

von Redaktion

Kinostart am 23. April: Ein neuer „Münchner im Himmel“

Der Engel Aloisius aus dem Originalfilm. © Leonine/BR

Maximilian Brückner ist der Münchner im Himmel.

Was genau nach dem Tod passiert, ist nicht ganz klar. Jedenfalls landet man in der legendären Satire „Ein Münchner im Himmel“ des Schriftstellers Ludwig Thoma rund um den grantigen Dienstmann Alois Hingerl aus München im Himmel. 1962 erschien der Zeichentrickfilm, nun bringt Regisseur David Dietl (46) den Klassiker ins Hier und Heute. Der Nachfolger der urmünchner Geschichte mit echten Darstellern, eine Produktion von Wiedemann & Berg, kommt am 23. April auf die Leinwand. Doch einiges wird anders sein. So betritt statt Dienstmann Alois der Taxler Wiggerl (Maximilian Brückner) die Bühne.

Als Dienstmann Alois Hingerl in den Himmel kommt, hat er als Engel Aloisius einen genauen Tagesablauf: Morgens ist Frohlocken angesagt, anschließend Hosianna singen. Es gibt kaum einen Münchner, der nicht den schimpfenden Engel mit der Harfe kennt („Halleluja! Luja, sog i!“). Dem wütenden Alois fehlen sein Schnupftabak und vor allem das bayerische Bier.

Recht fad scheint es im Himmel zu werden. Damit er zufriedener ist, soll er der bayerischen Regierung göttliche Ratschläge überbringen. Er fliegt sofort los. Doch als er den Münchner Boden erreicht, verschlägt es ihn ins Hofbräuhaus. Und so wartet die Regierung bis heute auf die göttlichen Ratschläge.

Die neue Verfilmung unterscheidet sich inhaltlich vom Zeichentrickfilm von 1962 und hat Regisseur David Dietl zufolge viel mit seinem 2015 verstorbenen Vater Helmut Dietl („Kir Royal“, „Monaco Franze“) zu tun. Im Juni 2024 sagte Dietl im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es ein sehr persönlicher Film sei. Auch in der Verfilmung landet der Hauptcharakter, Taxifahrer und Münchner Original Wiggerl, zunächst im Himmel. „Du bist tot“, sagt Petrus nach der Ankunft. Wiggerl antwortet: „Aber jetzt ist doch dann die Wiesn?“ Das wird nicht seine einzige Sorge bleiben.

Denn man schickt ihn kurzerhand mit einer Mission zurück: Wenn er es schafft, sein Karma-Konto auf Vordermann zu bringen, darf er auf der Erde bleiben. Allerdings ist Wiggerls Tochter Toni (Momo Beier) die Einzige, die ihn sehen und hören kann. Seine Bitte, ihm zu helfen, schmettert Toni ab – schließlich hat sich ihr Vater zu Lebzeiten kaum um sie und ihre Mutter (Hannah Herzsprung) gekümmert. Nur mit viel Selbsterkenntnis gelingt es Wiggerl, Vertrauen zurückzugewinnen. Ein Wettlauf gegen die Zeit.FRANZISKA WEBER

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