Die Pallottiner verlassen Freising

von Redaktion

Zahl der Mitbrüder sinkt – nur noch vier Standorte

Freising – Die Gerüchte kursieren in Freising schon länger. Nun hat die Provinzverwaltung sie bestätigt: Die Pallottiner werden Freising verlassen. Sie hatten dort seit 1919 gewirkt, Gottesdienste organisiert, seelsorgerisch gewirkt und das Bildungs- und Tageszentrum für kirchliche und weltliche Fortbildung geleitet. Die Kommunität in Freising soll im Sommer geschlossen werden, teilte der Provinzökonom Pater Rainer Schneider mit. „Die Mitbrüder, die jetzt dort wohnen, werden zumeist an anderen Orten Aufgaben übernehmen oder ihr Alter dort verbringen. Das heißt: Sie gehen in andere Häuser der Pallottiner.“

Grund für die Entscheidung ist, dass die Zahl der Mitbrüder in Deutschland – ganz im Gegensatz zu Afrika – immer kleiner wird. Jährlich würden hierzulande rund zehn bis 15 Mitbrüder sterben. Gleichzeitig kommen kaum neue dazu. In Deutschland bleiben nur vier Standorte der Pallottiner erhalten: Friedberg, Limburg, Vallendar bei Koblenz und Schloss Hersberg in Immenstaad am Bodensee.

Das Pallottihaus in Freising soll allerdings als Tagungshaus weiterbestehen. Eigene Seminare seien zwar nur sehr begrenzt möglich, weil es eben an Personal fehle, berichtet Schneider. Aber andere Träger können das Haus belegen. Ob der Betrieb auch weitergeführt wird, wenn das Seminar am Domberg wieder öffnet, ist noch nicht entschieden.

Pater Christian Stumpf, seit 2016 Rektor des Pallottihauses in Freising, berichtet, viele Menschen seien nun verunsichert, wie es weitergeht. „Für viele Freisinger sind die Pallottiner wichtig“, betont er. Bei den sechs verbliebenen Patres in Freising ist die Stimmung sehr durchmischt. Während die einen sich in die Seniorenresidenz der Pallottiner zurückziehen wollen – der älteste Freisinger Pater ist 98 Jahre alt –, erwarten die anderen neue Aufgaben, etwa in Malawi. Aktuell überlegt die Provinzverwaltung, wie die leer werdenden Zimmer der Mitbrüder künftig genutzt werden sollen. Denkbar seien Familien- oder Studentenzimmer. Aktuell lasse man das von den Behörden prüfen.MANUEL ESER

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