Prozess um Tierschutz-Skandal

von Redaktion

Fall Bad Grönenbach: Anwalt fordert zum Auftakt Freispruch für Landwirte

Memmingen – Weil sie in 58 Fällen teils massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben sollen, stehen zwei Allgäuer Landwirte und zwei ihrer Mitarbeiter vor dem Landgericht Memmingen. Angeklagt sind ein Vater und sein Sohn im Alter von 68 und 35 Jahren, die zum Zeitpunkt einer Kontrolle einen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach im Allgäu und Nebenstellen unter anderem in Baden-Württemberg betrieben haben. Ihnen wird vorgeworfen, die Rinder leiden gelassen zu haben, um sich Geld für den Tierarzt zu sparen.

Das dementierte der Anwalt des Vaters. Er fordert für seinen Mandanten einen Freispruch und will im Prozess belegen, dass sich alle betroffenen Tiere in ärztlicher Behandlung befanden. Eine Tierschutzorganisation, die mit rund 30 Menschen vor dem Gerichtsgebäude demonstrierte, hatte den Behörden im Jahr 2019 Hinweise gegeben. Nach anschließenden Kontrollen mussten 38 Tiere getötet werden. Von fiebernden, lahmen Tieren mit aufgekrümmten Rücken, offenen Wunden, Entzündungen und Schwellungen ist in der Anklageschrift die Rede.

Bereits 2023 wurden der Landwirt, sein Sohn und die beiden Angestellten gemeinsam mit zwei weiteren Angestellten angeklagt, das Verfahren gegen sie aber ausgesetzt. Zwei Angestellte legten damals ein Geständnis ab und wurden zu Geldstrafen verurteilt. Auf Anweisung ihres Vorgesetzten hätten sie es vermieden, einen Tierarzt zu rufen. Sie sprachen von einem „selbstherrlichen und gewissenlosen Führungsstil“.DPA

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