Würzburg – Nach dem Fund einer enormen Kokain-Menge in Unterfranken hat die Staatsanwaltschaft Würzburg drei Männer angeklagt. Die 19, 26 und 49 Jahre alten Beschuldigten sollen zusammen mit noch unbekannten Komplizen dafür verantwortlich sein, dass rund 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland gelangten. Allein im unterfränkischen Abtswind waren im vergangenen Sommer 300 Kilo Kokain gefunden worden – im Wert von ungefähr 15 Millionen Euro.
Nach Behördenangaben hat sich nur einer der Verdächtigen bisher umfassend zur Sache eingelassen und den Vorwurf zumindest teilweise eingeräumt. Ein Mann habe sich bislang gar nicht geäußert. Der Dritte im Bunde habe die Tat abgestritten. Nun muss die Jugendkammer des Landgerichts Würzburg entscheiden, ob sie die Anklage zulässt.
Die Ermittlungsgruppe geht davon aus, dass es neben den Beschuldigten weitere Hinterleute gibt. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern bandenmäßigen, unerlaubten Handel mit Kokain im drei- bis vierstelligen Kilobereich vor.
Bisher unbekannte Bandenmitglieder sollen in Mexiko zwischen 100 und 300 Kilo hochreines Kokain in Hohlräume von stählernen Brückendämpfern verbaut haben. Diese sollten an eine Scheinfirma in Europa transportiert werden. Den Ermittlern zufolge sollen hierfür bundesweit mehrere Lagerhallen angemietet worden sein, unter anderem in Abtswind (Kreis Kitzingen). Dort sollen die Brückendämpfer geöffnet und das Kokain entnommen worden sein. Die Anklage geht von 1,4 Tonnen Kokain aus, das so nach Deutschland gelangt ist.
Im vergangenen Juli hatte ein Landwirt die Polizei gerufen, weil er an einer abgelegen stehenden Halle an der A3 mehrere teils vermummte Menschen bemerkt hatte. Die Beamten nahmen drei Männer fest und entdeckten vier Fahrzeuge mit Metallbehältern, in denen sich das Kokain befand.DPA