Dr. Berta Raspelzahn hat uns gestern zum Tee eingeladen. „Ich möchte mit euch das Frauenwahlrecht feiern, auch wenn ich ein wenig zu spät dran bin“, sagte die Biberin. „Ihr wisst doch, dass die Zweibeiner die Menschen, die wichtige Dinge im Land regeln sollen, immer wieder neu wählen?“, sagte Berta. „Ach ja“, schnatterte ich, „solche Wahlen gibt es bald wieder, das habe ich in der Zeitung gelesen.“ „Richtig“, meinte Berta, „und wenn wir jetzt 128 Jahre früher hätten, dann dürften die Zweibeinerinnen bei dieser Wahl nicht mitmachen.“ „Wieso das denn?“, schnatterte Agnes. „Weil damals nur männliche Zweibeiner wählen durften“, erklärte Berta. „Die Zweibeinerinnen wurden für weniger klug gehalten und sollten sich um Kinder, Küche und Kirche kümmern.“ „Frechheit“, schnatterte Agnes. „Und die Zweibeinerinnen haben sich das gefallen lassen?“, quakte ich. „Sehr lange Zeit schon“, erklärte Berta, „aber immer mehr Zweibeinerinnen haben ihr Recht eingefordert, dass sie das Gleiche dürfen wie die männlichen Zweibeiner.“ „Richtig so“, schnatterte Agnes. „Aber warum feiern wir das heute?“, quakte ich. „Weil am 19. Januar vor 127 Jahren das erste Mal die Zweibeinerinnen hier im Land zu einer Wahl gehen durften und auch selbst gewählt werden konnten“, erklärte Berta, „und kurz darauf hielt das erste Mal eine Zweibeinerin eine Rede im deutschen Parlament. Marie Juchacz erklärte, dass es eine Selbstverständlichkeit sei, dass nun auch Frauen diese Rechte haben.“
Eure Paula