Die Geschichte des Öl-Booms in Bayern

von Redaktion

Bohrtürme am Tegernsee – Schwarzes Gold macht Ampfing reich

Pioniere der Erdölförderung: die Ampfinger Bohrmänner in den 50er-Jahren. © Gemeindearchiv Ampfing

Tegernsee/Ampfing – Die Erdölgeschichte Bayerns ist älter als der Bohrmeißel. 1441 entdeckte ein Benediktinermönch am Tegernsee-Westufer eine sprudelnde, ölhaltige Quelle. Ihr „heilsames Quirinusöl“ verkauften die Mönche an Pilger. Nach der Säkularisation wurde es als Lampenbrennstoff und für die Herstellung von Bitumen für Straßenasphalt verwendet. Per Handpumpe wurden 1838 rund 800 Liter Erdöl pro Jahr am Tegernsee gefördert, 1907 bohrte die „Erste Bayerische Petrolium Gesellschaft“ in 500 Meter Tiefe. Damals ragten an die elf Bohrtürme am Tegernsee-Ufer empor.

Systematisch wurde das Alpenvorland nach Öl erst nach dem Zweiten Weltkrieg abgesucht. Unter der mächtigen eiszeitlichen Schuttdecke wurden bis heute über 60 Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt.

Zum „bayerischen Texas“ mutierte Ampfing (Kreis Mühldorf), ab 1954 wurden dort in vier Jahrzehnten 550 000 Tonnen Öl gefördert. 2019 versuchte RDG (heute Oneo) hier erneut sein Glück, stellte die geplante Ölförderung aber wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit wieder ein. Aktuell gibt es vier aktive Ölbohrungen im Freistaat: in Großaitingen und Schwabmünchen, in Hebertshausen im Kreis Dachau sowie in Lauben im Unterallgäu.SCO

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