Vor ein paar Tagen wurden Agnes und ich davon wach, dass Klara wild schnatternd aus ihrem Nest sprang und laut quakte: „Ich habe von einem riesigen unbekanten Insekt geträumt!“ „Klara scheint eine ganz neue Insektenart entdeckt zu haben. Vielleicht bist du ja eine zweite Maria Sibylla Merian“, quakte Agnes. Sie sah aber an Klaras und meinem Gesicht, dass wir keine Ahnung hatten, von wem sie da quakte.
„Das war eine berühmte Naturforscherin, die 1647 in Frankfurt geboren wurde, später in die Niederlande zog und sich besonders mit Insektenkunde beschäftigt hat“, erläuterte sie uns deshalb gleich. „Sie fing schon mit 13 Jahren an, Seidenraupen und andere Schmetterlinge zu züchten, weil sie fasziniert war von der Verwandlung von Raupen in Schmetterlinge. Im Jahr 1699 brach sie mit 52 Jahren, was zu dieser Zeit ein hohes Alter war, zusammen mit ihrer Tochter auf zu einer Forschungsreise nach Surinam. Das liegt im Norden von Südamerika und war damals eine niederländische Kolonie. Dort erforschte sie das Leben exotischer Schmetterlinge in den Tropenwäldern. Das war sehr ungewöhnlich. Forschungsreisen waren praktisch unbekannt. Und dann noch zwei Frauen alleine, das war damals schon eine Sensation.
Zurück in den Niederlanden veröffentlichte Maria Sibylla Merian 1705 ihr bedeutendstes Werk über die Verwandlung von Insekten mit vielen naturgetreuen Bildtafeln, die den Lebenszyklus von tropischen Insekten zeigen.
Eure Paula