von Redaktion

Vor Kurzem war wegen des sonnigen Wetters an unserem See viel los. Ich entdeckte eine Gruppe Zweibeiner. Kinder liefen im Kreis um die Eltern, winkten und hoben die Beine, als ob sie tanzen würden. Ich fand das merkwürdig. Das sagte ich auch zu der Biberin Dr. Raspelzahn, die gerade ihren Kopf aus dem Wasser streckte. Sie kniff die Augen zusammen und beobachtete das kuriose Geschehen.

„Wenn mich nicht alles täuscht,“ meinte sie, „spielen die Kinder den Schäfflertanz nach.“ „Den Schäfflertanz?“ Dr. Raspelzahn nickte. „Das ist eine Tradition, die vor 500 Jahren entstanden ist. Der Legende nach führten im Jahr 1517 die Schäffler gegen Ende einer Pestepidemie in den Straßen Münchens einen Tanz auf, um die Menschen zu ermuntern, wieder ihre Häuser zu verlassen und zum normalen Leben zurückzukehren.“ „Die Schäffler?“ „Das sind die Fasshersteller. Ein alter inzwischen seltener Beruf. In der heutigen Zeit wird der Schäfflertanz alle sieben Jahre aufgeführt. Dieses Jahr tanzen die Schäffler wieder und zwar noch bis zum Faschingsdienstag, das ist am 17. Februar. Außer den Tänzern gibt es noch Spaßmacher in bunten Kostümen, die durchs Publikum laufen und mit schwarzer Schminke einen Strich auf Nase machen. Die „schwarze Nasen“ sollen an die Pestbeulen erinnern und Glück bringen. Seit 1830 gibt es auch Schäfflertänze in anderen Städten in Bayern. Trotzdem bleiben sie in München etwas Besonderes.“

Eure Paula

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