Gibt es bald genug Erzieher?

von Redaktion

Studie sieht Ende des Personalmangels in bayerischen Kitas

München – Eine neue Studie sagt ein Ende des großen Personalmangels in Bayerns Kindertageseinrichtungen voraus. Je nachdem, wie hoch der konkrete Fachkräftezuwachs ausfällt, ist demnach mit einer Deckung des Bedarfs bis zum Jahr 2029 zu rechnen, im besten Fall gar bereits 2027. Die Studie des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) beruht auf Zahlen aus dem Jahr 2024/2025.

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) bewertete das Studienergebnis als Bestätigung für die von der Staatsregierung initiierten Programme zur Fachkräftewirkung: „Es ist ein großer Gewinn, dass sich so viele Menschen für die sinnstiftende Arbeit in der Kindertagesbetreuung entscheiden.“

Die Zahl der Fach- und Ergänzungskräfte hat sich demnach zwischen 2015 und 2025 um 55,8 Prozent auf fast 129 400 Personen gesteigert, seit 2011 sogar verdoppelt. Seit 2015 seien jedes Jahr zusätzlich zwischen rund 4000 und 5800 neue Fach- und Ergänzungskräfte in die bayerischen Kitas gekommen. Im vergangenen Jahr habe es 69 112 Fachkräfte und 60 253 Ergänzungskräfte gegeben. Mit rund 650 000 Kindern habe es zudem 2025 einen Kita-Kinder-Rekord gegeben – Tendenz weiter steigend. 2015 hatte die Zahl der Kinder in einer Kita-Betreuung noch rund 520 000 gelegen. Dennoch deutet die Studie eine Entspannung an. Laut Scharf müssen die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung aber hoch gehalten werden.

SPD-Sozialpolitikerin Doris Rauscher nannte die Erfolgsmeldung „zu früh“. „Die Studie berücksichtigt weder den zunehmenden Ausbau der Ganztagsbetreuung für Schulkinder noch den Renteneintritt der Baby-Boomer“, so die Landtagsabgeordnete. „Ob die Prognosen also wirklich so eintreten, daran haben wir erhebliche Zweifel.“ Ein echter Fortschritt für die Kitas in Bayern wäre erst geschafft, wenn mit zusätzlichen Erziehern auch Personalschlüssel und Fachkraftquote erhöht werden könnten. DPA

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