Deutschlandticket bleibt ein Renner

von Redaktion

Kaum Kündigungen wegen Preisanstieg – MVG-Chef wechselt nach Oberhausen

VDV- und MVG-Chef: Ingo Wortmann. © A. Schmidhuber

München – Trotz der Preiserhöhung ist das Deutschlandticket nach wie vor stark gefragt. „Wir sehen auch in diesem Jahr eindeutig keine Kündigungswelle durch die Preiserhöhung“, erklärt der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, Ingo Wortmann. Der VDV-Präsident leitet auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Zuletzt war die Zahl der monatlichen Bezieher des Tickets gestiegen, von 13,5 auf 14,6 Millionen gegen Ende 2025. Das lag vor allem an einem Anstieg bei den Jobtickets, bei denen der Arbeitgeber einen Zuschuss zum Deutschlandticket gibt. Nach Berechnungen des VDV lag die Kündigungsquote bei dem Ticket nach dem Jahreswechsel wegen des Preisanstiegs von 58 auf 63 Euro bei 5,75 Prozent. Das ist laut VDV ein relativ niedriger Wert. Im Vorjahr, nach der Preiserhöhung Anfang 2025, hatten sogar rund acht Prozent gekündigt.

Dass es Kündigungen gibt – nicht nur wegen des Preisanstiegs – ist laut VDV relativ normal. Viele Menschen ziehen zum Jahresende eine Art Bilanz, schauen auf Kosten bei Versicherungen und Abos, die oft zum Jahreswechsel teurer werden, und kündigen mal vorsorglich. Der VDV bezieht sich auf eine Umfrage unter 100 Verkehrsunternehmen. 74 Prozent der Käufer kaufen das Ticket regulär. 15 Prozent haben ein Jobticket und elf Prozent ein Semesterticket.

Ingo Wortmann kündigte gestern Abend zudem an, dass er zum 31. Juli die MVG „aus familiären Gründen“ verlassen wird. Er übernimmt zum Sommer die Geschäftsführung der Stadtwerke Oberhausen in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen. Münchens OB Dieter Reiter (SPD) dankte Wortmann für seine zehn Jahre bei der MVG: „Seine Entscheidung, nach über 30 Jahren in der Ferne dem Ruf der Heimat und der Familie zu folgen, kann ich natürlich gut verstehen – auch wenn ich sie bedaure.“DW

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