Eis und Schnee haben vielen Vögeln die Futtersuche erschwert. Diese Kohlmeise wurde an einer Futterstation fündig. © Hofer/pa
Hilpoltstein – Immer weniger Vögel sind nach Angaben von Naturschützern in Bayerns Gärten unterwegs. Bei der bayernweiten Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 9. bis 11. Januar hätten die Teilnehmenden deutlich weniger Tiere und Arten registriert als in früheren Jahren, teilte der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit.
Im laufenden Winter hätten die eisigen Temperaturen und der Schnee vielen Vögeln die Suche nach Futter erschwert, erklärte Angelika Nelson, Biologin beim LBV. Zugleich sei der in milderen Wintern übliche Einflug von Wintergästen aus nördlicheren Regionen wie etwa Bergfinken oder Erlenzeisigen ausgeblieben. Außerdem seien Arten wie der Kranich, die bis dahin hier geblieben waren, angesichts der Kälte fluchtartig nach Süden geflogen.
Bei der „Stunde der Wintervögel“ haben nach Angaben des LBV rund 29 600 Teilnehmer in mehr als 21 300 Gärten und Parks insgesamt 626 600 Vögel gezählt. Das entspricht im Durchschnitt 29 Vögeln pro Garten, zwei weniger als im Vorjahr. Am häufigsten wurde dem Verband zufolge der Haussperling – auch als Spatz bekannt – gesichtet, dahinter folgten Kohlmeise und Feldsperling.
Der LBV spricht von einem kontinuierlichen Rückgang der Vogelzahlen in den bayerischen Gärten. Sowohl die Artenvielfalt als auch die Zahl der Tiere nehme seit Jahren ab. Die Ursachen dafür seien komplex. Unter anderem gebe es immer weniger geeignete Lebensräume für Vögel und es fehle an Insekten zur Aufzucht der Jungtiere.DPA