Das kaputte Fahrzeug, mit dem die Männer durch Franken geflüchtet waren. © Besold/dpa
Abensberg/Weißenburg – Bei einer Verfolgungsfahrt durch die fränkische Provinz haben zwei Männer auf das Fahrzeug eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei geschossen. Insgesamt drei Männer wurden festgenommen, ein 30-Jähriger ist wieder auf freiem Fuß. Die zwei anderen Männer im Alter von 23 und 24 Jahren sollten gestern Nachmittag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Das SEK wollte in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen drei Männer in einer Wohnung festnehmen. Es gab Hinweise darauf, dass sie illegal Waffen besitzen. Welchem Zweck diese Waffen dienen sollten, blieb zunächst unklar. Festgenommen wurde nur einer der Verdächtigen – die anderen beiden flüchteten mit einem Auto mit niederländischer Zulassung. Die Verdächtigen sind gebürtige Türken.
Das SEK verfolgte sie und wurde dabei von ihnen beschossen. Verletzt wurde jedoch niemand. Die Verfolgungsfahrt zog sich in der Gegend um den bei Ausflüglern beliebten Brombachsee bis in das rund 20 Kilometer entfernte Weißenburg. Dort stieß der Wagen der beiden Flüchtigen mit einem unbeteiligten Fahrzeug zusammen. Die beiden Verdächtigen wurden bei dem Unfall eingeklemmt.
Die SEK-Beamten gaben nach dem Unfall einen gezielten Schuss auf die Reifen des Fluchtfahrzeugs ab, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Beide Männer wurden festgenommen. Drei Beamte und die geflohenen Verdächtigen wurden leicht verletzt. Die Insassen des unbeteiligten Fahrzeuges wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei stellte im Fahrzeug der beiden Männer eine Waffe sicher. „Wir müssen im Moment davon ausgehen, dass es sich um eine scharfe Schusswaffe gehandelt hat, denn wir haben ein Einschussloch im Einsatzfahrzeug der Beamten“, sagte Polizeisprecher Michael Konrad.
Mit einem Hubschrauber suchte die Polizei rund um die Wohnung in Absberg nach einem weiteren Menschen. Demnach schloss die Polizei nicht aus, dass eine vierte Person auf der Flucht war. Die Suche blieb aber erfolglos. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen den 24 Jahre alten Beifahrer des Fluchtautos wegen versuchten Mordes. Gegen den 23 Jahre alten Fahrer werde wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen. Geklärt werden muss, inwieweit die Männer in gewaltbereite Gruppierungen eingebunden sind. DPA