Sprengstoff-Alarm auf der A3

von Redaktion

Verdächtiger Fund bei Auto-Kontrolle – Führt die Spur zu Automatenbombern?

Offene Motorhaube und Heckklappe: Nach dem Fund verdächtiger Gegenstände untersuchen Sprengstoff-Experten des LKA das Auto auf der A3 im Kreis Regensburg. © Weigel/dpa

Wiesent – Mitten in der Nacht führen Polizisten in der Oberpfalz eine Verkehrskontrolle durch – und entdecken Gegenstände, bei denen es sich um Sprengstoff handeln könnte. Die 28-jährige Fahrerin und ihr 24-jähriger Beifahrer werden festgenommen. Der Fund muss gesprengt werden – es könnte zu gefährlich sein, ihn weiter zu transportieren. Dieser Großeinsatz auf der A3 bei Wiesent im Kreis Regensburg hat am gestrigen Freitag stundenlang gedauert und eine großräumige Straßensperrung erfordert.

Die Fahrzeugkontrolle selbst hatte in der Nacht auf Freitag stattgefunden. Weil Beamte im Auto gegen zwei Uhr morgens kurz vor der Ausfahrt Wiesent/Wörth an der Donau in Fahrtrichtung Passau mehrere „sprengstoffverdächtige Gegenstände“ sowie zwei Brecheisen und einen Benzinkanister entdeckt hatten, sicherte die Polizei den Einsatzort im großen Radius ab.

Wegen der vermuteten Explosionsgefahr wurden Spezialisten des Landeskriminalamts aus München angefordert. Die sprengten den Fund kontrolliert an Ort und Stelle. Die Detonation sei um 8.45 Uhr erfolgt, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. „Es war ein lauter Knall.“

Die Ermittler gehen Spuren in die Geldautomatensprenger-Szene nach. Ein solcher Zusammenhang werde geprüft, sagte ein LKA-Sprecher gestern. Ermittelt werde aber weiter in alle Richtungen.

Die 28-jähriger Fahrerin mit portugiesischer Staatsangehörigkeit und ihr 24-jähriger Beifahrer mit niederländischer Staatsangehörigkeit wurden zur Klärung der Haftfrage beim Amtsgericht Regensburg vorgeführt. Es erließ aufgrund des Tatverdachts „des Verabredens zum Verbrechen des schweren Bandendiebstahls mit Vorbereitung eines Explosions- und Strahlungsverbrechens“ sowie weiterer Verstöße nach dem Sprengstoffgesetz die Haftbefehle. Den Ermittlern liegen derzeit keine Hinweise auf einen extremistischen oder staatsschutzrelevanten Hintergrund vor. Gefahr für die Bevölkerung habe laut LKA zu keiner Zeit bestanden.

Die Experten vom LKA nahmen die Reste des gesprengten Funds mit nach München. Sie sollen in den kommenden Tagen und Wochen am kriminaltechnischen Institut untersucht werden.

Wegen des Großeinsatzes war die A3 im Kreis Regensburg am Freitag stundenlang, auch während der morgendlichen Hauptverkehrszeit, in beide Richtungen gesperrt. Nicht nur auf der A8, auch auf der B8 staute es sich kilometerweit. Erst am späteren Vormittag rollte der Verkehr zumindest wieder in eine Fahrtrichtung. Rund um den Fundort waren Beamte aber immer noch mit der Suche nach weiteren Spuren beschäftigt. In Richtung Passau konnte der Verkehr deshalb erst gegen Mittag wieder rollen.CARSTEN HOEFER

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