Franz Wit(t)mann vor seinem Wahlplakat: Den Fehler im Nachnamen hat er mit Humor ausgebügelt.
Viechtach – Die erste Nachricht kam Montagfrüh um 6 Uhr. Der CSU-Ortsverband im niederbayerischen Viechtach hat eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe. „Mit den Wahlplakaten stimmt was nicht“, schrieb ein Mitglied. Kurze Zeit sah Franz Wittmann es selbst – in fetten Buchstaben, Blau auf Weiß: Sein Name ist falsch geschrieben. Dem Nachnamen fehlt ein T. „Es haben sicher 20 Leute auf den Entwurf geschaut, bevor die Plakate gedruckt wurden“, erzählt er. „Und keiner hat‘s gesehen.“ Auch er selbst nicht.
So ein ärgerlicher Fehler wäre ein angemessener Grund gewesen, um mit schlechter Laune in die neue Woche zu starten. Franz Wittmann hat erst mal laut gelacht. Obwohl die Plakate schon überall in Viechtach hängen und ein Vorrat noch im Keller gelagert ist. Der 63-Jährige ist seit zwölf Jahren Bürgermeister der Stadt im Landkreis Regen – und er möchte es auch bleiben. Also entschied er sich, die Panne für seinen Wahlkampf zu nutzen.
Für seine Social-Media-Kanäle positionierte er sich vor einem der Wahlplakate und verkündet mit einem Schmunzeln: „Viele reden vom Sparen. Wir reden nicht nur – wir tun‘s auch. Wer entdeckt, wo wir gespart haben, soll sich melden. Es gibt eine kleine Überraschung.“
Auch die Viechtacher Bürger haben Humor. Einer bietet unter dem Video auf Facebook an, ein paar Ts zu spendieren. An so einem phänomenalen Humor erkenne man die starken Menschen mit einem gesunden Selbstbewusstsein, schreibt ein anderer. Auch auf Instagramm erntet der Bürgermeister nur positive Kommentare für seinen Umgang mit dieser Panne. „Es gab nur nette Reaktionen“, erzählt er ein paar Tage später. Nur von der Konkurrenz kamen ein paar bissige Kommentare. Die wertet Wittmann aber eher als Beleg dafür, dass er mit seinem Humor den richtigen Weg gewählt hat.
Rund 25 Viechtacher haben sich bei ihm gemeldet, um die Überraschung zu kassieren, erzählt er. „Mehr als ich erwartet hatte.“ Die Überraschung sollte eine Flasche Sekt werden. Natürlich keine günstige, sondern etwas besonderes. „Das wird jetzt also ein teurer Spaß für mich“, sagt Wittmann und lacht sein herzliches Lachen. Das ist es ihm aber wert. Auch ohne Sekt – bei dem ein oder anderen hat er mit der ungeplanten Plakat-Aktion vielleicht gepunktet. Endgültig wird sich das erst bei der Kommunalwahl am 8. März herausstellen.
Trotzdem haben Wittmann und sein Team nun noch mal neue Plakate drucken lassen – diesmal ist bei den Ts nicht gespart worden.