Bierflaute in Bayern: Das sagen Gäste und Wirte

von Redaktion

Lothar Rißberger und Hubert Roiss im Hofbräuhaus: Früher war mehr Hopfen, sagen sie. © Schlaf

München – Deutschlands Biermarkt ist 2025 so stark geschrumpft wie nie. Hat sich das Biertrink-Verhalten so stark geändert? Nachfrage im Münchner Hofbräuhaus. Und da gibt es verschiedene Ansichten. Beim Schorsch Berwanger (67) hat sich nichts geändert. „Obwohl ich älter geworden bin“, sagt der Münchner mit einem Schmunzeln, „ist meine Liebe zum Bier gleich geblieben. Ich trinke nicht weniger als früher.“ Der Preis spielt für ihn keine Rolle, weil: „Ich bin in einem Alter, wo man nicht mehr spart, sondern genießt.“ Aber kein Alkoholfreies – das schmecke ihm einfach nicht.

Ein paar Tische weiter sitzen Lothar Rißberger und Hubert Roiss. Auch sie sind schon im Ruhestand, kommen aber nur ab und zu nach München. Sie sind Wormser, da werde vorwiegend Wein getrunken. Aber trotzdem: „Wir haben früher Vereinssport betrieben, Hubert Handball, ich Fußball. Da wurde nach dem Training und nach dem Spiel immer der ein oder andere Bierkasten vernichtet“, erinnert sich Rißberger. Das sei heute nicht mehr so beim Nachwuchs: „Ein richtiges Vereinsleben wie früher gibt es nicht mehr – und daher wird auch kaum noch Bier zusammen getrunken.“

Wirtshaus-Wechsel, jetzt auf den Nockherberg zum Paulaner. Wirt Christian Schottenhamel nennt keine genauen Zahlen, aber der Trend sei klar: „Seit Jahren wird weniger Bier mit Alkohol verkauft, der Trend geht zum Alkoholfreien“, sagt er. Aber Bayern sei im Vergleich zu den anderen Bundesländern noch „eine Insel der Glückseligen“, was den Bierkonsum angeht. „Gott sei Dank“, schiebt der 63-Jährige hinterher.MBI

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