Gerrit Waßmann aus Geretsried. © Hans Lippert
Gerrit Waßmann hat in seinem Leben rund 13 000 Sportabzeichen abgenommen. Und selbst 40 Mal das Sportabzeichen in Gold erlangt. Der Sport hat sein Leben von klein auf geprägt. „Ich wurde in eine Turnerfamilie hineingeboren“, erzählt er. Seine Eltern waren beide Turner, als die Familie von Hamburg nach Geretsried im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen zog, meldete sie sich sofort beim TuS Geretsried an. „Mit drei Jahren haben sie mich schon mit zum Kinderturnen genommen.“ Anfangs gab es noch keine Gruppen für Kinder, die etablierten sich erst 1961. „Geturnt haben wir im Schützenhaus, aber dort war es sehr beengt.“ Bald wurde Waßmann Vorturner und Übungsleiter. Ab 1965 leitete er eine Kindergruppe. Noch heute trainiert er kleine und große Sportler für das Sportabzeichen. „Ich wollte Spaß an der Bewegung vermitteln und habe auch gerne Verantwortung übernommen.“
Fast jedes Wochenende war Waßmann mit „seinen“ Turn-Kindern auf Wettkämpfen. Der heute 74-Jährige erlangte Trainer-Lizenzen und wurde zum Kinderturnwart des Turngaus Amper-Würm. 1972 wurde Waßmann die Ehre zuteil, als Fackelträger für die Olympischen Spiele zu laufen. Ein schöner Zufall war, wie Waßmann später erfuhr: „Meine spätere Frau war ebenfalls Fackelträgerin.“
Seit 58 Jahren hält der passionierte Sportler dem TuS die Treue. 1964, mit 13 Jahren, machte er sein erstes Sportabzeichen – und es folgten viele weitere. Seit 1969 nimmt er selbst die Prüfungen ab. Wer das Abzeichen bekomme, könne sehr stolz auf sich sein, betont er. „Es bedeutet einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität und mehr Verständnis für den eigenen Körper.“ Ihn haben die vielen Jahre als Sportabzeichen-Abnehmer geprägt, sagt er. „Das hat mein Leben unheimlich bereichert. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt, die zu Freunden geworden sind.“ ELENA ROYER