Vor ein paar Tagen stapfte Waldemar zu uns Enten an den See und strahlte über das ganze Waschbärengesicht. „Schaut mal, was ich im Dorf bekommen habe“, brummte er, und hielt uns eine prallgefüllte Tüte vor die Schnäbel. Klara warf neugierig einen Blick hinein. „Aha, Krapfen“, stellte sie wenig begeistert fest. „Wollt ihr welche abhaben?“, fragte Waldemar. Doch Klara und ich schüttelten die Köpfe. Uns ist dieses Gebäck viel zu fettig. Aber um den Waschbären nicht zu enttäuschen, probierte Agnes ein kleines Stück. „Wisst ihr, woher dieser Brauch kommt, an Fasching Krapfen zu essen?“, schmatzte sie.
Und schon hielt sie uns wieder einen ihrer berühmten Vorträge. Wir erfuhren, dass es diese Tradition schon seit dem Mittelalter gibt. „Es hängt damit zusammen, dass nach dem Fasching die Fastenzeit anfängt, in der man auf Fleisch, aber eben auch auf Süßigkeiten verzichtet. Mönche machten den Verzehr von Krapfen populär. Die Idee dahinter war, dass so ein Gebäckstück viel Energie liefert, die dann während der Fastenzeit aufgebraucht werden kann. Dadurch dass die Zutaten auch noch recht günstig waren, wurden Krapfen für die Bevölkerung zu einem günstigen Energielieferanten. Außerdem war es praktisch, die Vorräte an Fett, Eiern und Zucker aufzubrauchen, bevor sie während des Fastens ohnehin verboten waren. Übrigens: In anderen Regionen wird das Schmalzgebäck z. B. als Berliner oder Pfannkuchen bezeichnet“, quakte Agnes. Eure Paula