Bayern sagt Ja zur Schnapszahl

von Redaktion

Hochzeits-Trends 2026: Ansturm auf Standesämter zu Spezial-Daten

Beliebte Kulisse: Viele Verlobte bemühen sich um eine Trauung im Rathaus der Gemeinde Tegernsee. © Christa Eder/Imago

Hauptsache besonders: Ein Brautpaar beim Hochzeits-Fotoshooting im Tegernsee. © Imago

München – Geht es für Heiratswillige an die Planung ihres großen Tages, wird erst einmal der Kalender aufgeklappt. Wann soll die Hochzeit stattfinden? Das ist eine wichtige Frage. Schließlich – darauf legen viele Verlobte großen Wert – muss für die Trauung ein einprägsames Datum her, am besten eine Schnapszahl. Und davon stehen auch 2026 einige zur Auswahl.

Schon seit Monaten verzeichnen die Standesämter in Bayern eine Flut an Hochzeitsanfragen für Tage mit einem auffälligen Datum – vor allem im Sommer. 2026 sind Termine, die die Ziffern „2“ und „6“ enthalten, besonders beliebt. „Im Mai ist noch nicht so viel los“, sagt Ute Casper vom Standesamt Tegernsee nach einem Blick in den Terminkalender. An Bayerns berühmtem Alpensee sind Hochzeitstermine seit jeher heiß begehrt. „Der 6. Juni ist schon ein bisschen wilder gebucht“, sagt die Standesbeamtin. Das absolute Lieblingsdatum künftiger Ehepaare findet sich aber knapp drei Wochen später. „Der 26. Juni ist knallvoll“, sagt Ute Casper und lacht. 26.6.2026 – das sitzt.

Neben den Schnapszahlen haben es die künftigen Ehepaare traditionell auf Freitage und Samstage abgesehen. „Da muss man schnell sein“, sagt Beate Winterer, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats. In München werden freitags 80 und samstags 100 Euro extra fällig, sagt sie. Doch nicht überall kann man am Samstag heiraten. Kurzentschlossene müssen bisweilen auf einen Termin unter der Woche ausweichen – und ohne ein Hochzeitsdatum mit netter Zahlenfolge auskommen.

Wer zu spät dran war und für den Tag der Tage kein Schnapsdatum mehr ergattert hat, hat aber langfristig vielleicht sogar Glück. Wissenschaftler der Universität Melbourne haben 2016 die Ehe- und Scheidungsregister in den Niederlanden über einen Zeitraum von 14 Jahren verglichen. Sie fanden heraus, dass Ehen, die an einem Tag mit einem speziellen Datum geschlossen wurden, ein deutlich höheres Scheidungsrisiko hatten.

Wenn das besondere Datum also schon kein Glück bringt, dann ja vielleicht ein besonderer Ort. Denn auch der spielt für die meisten Paare bei der Vermählung eine große Rolle, schließlich soll die Hochzeit mehr sein als ein bürokratischer Akt. Nur müssen die künftigen Ehepartner dafür meist tiefer in die Tasche greifen. So gibt es in München etwa die Möglichkeit, prunkvoll in Schloss Nymphenburg zu heiraten. Dafür werden dann 650 Euro extra fällig. Beliebt ist auch der Sitzungssaal des Rathauses. Mit 690 Euro ist er noch etwas teurer als das Schloss, erklärt Beate Winterer. Weil es in diesen Örtlichkeiten nur eine begrenzte Zahl an Terminen gibt, werden diese verlost. Auch in Augsburg besteht die Möglichkeit für etwas Extravaganz: Hochzeiten sind im Botanischen Garten für 230 Euro möglich oder im Sitzungssaal des ehemaligen Haunstetter Rathauses. Dafür muss man 150 Euro aufbringen.

In Tegernsee setzt man als Hochzeitskulisse auf das Trauzimmer des Rathauses, verrät Ute Casper. Für die nötige Romantik sorgt das große Panoramafenster, das der Hochzeitsgesellschaft einen herrlichen Blick auf Berge und den See ermöglicht. „Ein richtiges Postkartenmotiv“, sagt die Standesbeamtin. Da ist das Datum dann fast egal. F. ZERHOCH/M. WUNDERLICH

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