Die Gaafergoschn steigt in die Bütt

von Redaktion

Neue Gesichter am Freitag bei der Kultsendung „Fastnacht in Franken“ – und ein Abschied

Mit Schmalzlocke: Söder im Jahr 2025 als Elvis. © IMAGO

Staatsmännisch: Söder 2024 im Bismarck-Kostüm. © IMAGO

Grüner als sonst: Markus Söder 2014 als Shrek. © dpa

Neu an Bord bei der Fastnacht in Franken: Büttenrednerin Janina Fuchs, hier bei einem Auftritt im Kreis Forchheim. © Peter Kraus/dpa

Veitshöchheim – Die Proben laufen, bei den Beteiligten kribbelt es gewaltig: Es sind nur noch wenige Tage bis zur „Fastnacht in Franken“ mit rotem Teppich für die Prominenz und frotzelnden Künstlern auf der Bühne in Veitshöchheim bei Würzburg. Mit der Lehrerin Janina Fuchs vom Verein „Närrische Siedler Lichteneiche“ aus Forchheim bekommt die Bütt heuer pädagogisches Flair.

Die 31-Jährige ist nach Angaben des BR als „Gaafergoschn“ ein Fastnachtsgewächs und tanzte früher in einer Garde. Die Pädagogin aus Oberfranken wird erstmals in der beliebtesten Sendung des BR Fernsehens zu sehen sein – an diesem Freitag von 19 Uhr an. Auch der Kabarettist und Autor Philipp Weber aus Amorbach gibt seine Premiere.

Die „Fastnacht in Franken“ wird live aus dem kleinen Ort nahe Würzburg übertragen. Es ist nach BR-Angaben die erfolgreichste Sendung aller dritten Programme. Knapp drei Millionen Menschen verfolgten die Show im vergangenen Jahr im TV, davon rund 1,9 Millionen aus Bayern. Auch die bayerische Landespolitik nutzt die Sendung als große Faschingsbühne. Berüchtigt sind die aufwendigen Kostüme von Ministerpräsident Markus Söder, der sich schon als Marilyn Monroe, Shrek oder Edmund Stoiber inszenierte. Auch heuer ist sein Kostüm bis zum Schluss ein streng gehütetes Geheimnis.

Zum 30. Mal dabei sind heuer die schrulligen Witwen „Waltraud und Mariechen“ – dargestellt von den Kabarettisten Martin Rassau und Volker Heißmann aus Fürth. Als Schreck der Politiker im Saal, die vielfach persönlich von den flotten Fegern angesprochen und durch den Kakao gezogen werden, zählen sie zu den Publikumslieblingen. „Die Witwen sind gut drauf, haben den Medizincheck bestanden und das Go von den Ärzten, dass sie wieder in Veitshöchheim dabei sein dürfen“, spöttelte Heißmann wenige Tage vor der Sendung.

Tränenreich dürfte der Abschied der Altneihauser Feierwehrkapell‘n von der dreieinhalbstündigen Kultsendung werden. Die berüchtigten Gäste aus der Oberpfalz lassen seit 20 Jahren kein gutes Haar an den Franken – und dennoch feiern die etwa 600 Narren im Saal die kultige Kapelle. In diesem Jahr wollen sie ein letztes Mal in Veitshöchheim dabei sein (wir berichteten). Und wer tritt in die übergroßen Fußstapfen der Lästertruppe? „Lassen Sie den Rauch verziehen und dann schauen wir nach Nachfolgern“, sagt der Präsident des Fastnacht-Verbands Franken, Marco Anderlik.ANGELIKA RESENHOEFT

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