Der nächste Justiz-Ärger für Jens Lehmann

von Redaktion

München – Neuer Justiz-Ärger für Jens Lehmann: Die Torhüter-Legende streitet mit einer Autovermietung. Die klagt, weil er sich mehr als anderthalb Jahre lang noble Audis geliehen, aber nicht bezahlt haben soll. Vor dem Landgericht München II fordert das Unternehmen gut 54 000 Euro plus Zinsen von dem 56-Jährigen. Lehmann war in den vergangenen Jahren Dauergast in Gerichtssälen – wegen einer Kettensägen-Attacke auf die Garage seines Nachbarn, wegen einer Alkoholfahrt, wegen einer Honorarforderung seines Ex-Anwalts. Zum aktuellen Verfahren hätte er nicht erscheinen müssen, klinkte sich aber per Videoschalte ein – und wies die Forderungen zurück.

Die Verleihfirma mit Sitz in der Nähe von Aachen sieht den Fall so: Sie hatte Lehmann hintereinander drei Audis vermietet, meist das SUV-Modell Q8 für einen vierstelligen Betrag pro Monat. Außerdem sollte der Fußballer mit dem klingenden Namen Firmenkunden anwerben. Der Deal: Für jedes vermietete Auto sollten ihm pro Monat 50 Euro gutgeschrieben werden.

Lehmann allerdings vermittelte nur Verträge für zwei Autos. Und er sorgte für Kummer: Zwei Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens (62 und 67 Euro) flattern ins Haus. Seine Tochter, die die Fahrzeuge gar nicht hätte benutzen dürfen, baute gleich viermal einen Unfall – kleine, aber teure Parkrempler mit einem Schaden von 13 000 Euro.

Lehmann widersprach: „Es wurde nie über ein Entgelt geredet.” Den Geschäftsführer der Firma habe er über den Tennisspieler Carl-Uwe Steeb kennengelernt. Der Chef, ein großer Bayern-Fan mit Logentickets, habe ihm die Autos kostenlos angeboten.

Dafür habe er den Grüßaugust für die Firma gespielt: Er besorgte Tickets zu Spielen und kam in die Loge. Auch sei vereinbart gewesen, dass seine Tochter die Wagen fahren durfte. Die Schäden habe er in Höhe der Selbstbeteiligung beglichen. Lehmanns Fazit über die Geschäftsbeziehung: „Eine persönliche Enttäuschung.”

Eine Vertreterin der Firma entgegnete, sie habe Kooperationsverträge auch mit anderen Promis geschlossen, wie Tennisstar Alexander Zverev. Und der habe ordnungsgemäß bezahlt. Weil ein Vergleichsvorschlag des Gerichts scheiterte, geht das Verfahren weiter – wahrscheinlich über Monate.TOM SUNDERMANN

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