„Das Faschingsmotto der Zweibeiner in diesem Jahr ist wilde Tiere.“ So brummte Waldemar gestern, als er vom Dorf zurückkam. „Klingt doch gut“, schnatterte Agnes, „da müssen wir uns nicht mal verkleiden.“ „Gar nicht gut“, quakte dagegen Klara, „das Verkleiden ist doch das Schöne am Fasching. Ich will nicht nur als Ente gehen, ist ja langweilig.“ „Vielleicht könnten wir uns als besondere wilde Enten verkleiden“, quakte ich. „Zum Beispiel als Mandarin-Enten, die sind wunderschön.“ „Da müssten wir aber als Mandarin-Erpel gehen, denn nur die haben die bunten Federn“, schnatterte Agnes, „und ich weiß nicht, ob ich ein Entenmann sein will.“
„Fasching heißt doch, dass man seine Fantasie spielen lassen darf“, quakte ich, „wir können uns so bunt anmalen, wie wir Lust haben, mit Streifen, Punkten, Kringeln um die Augen, grünem Schnabel und was uns sonst noch einfällt …“ „Na klar, ich gehe als Tigerente“ , quakte Klara, „die aus den Büchern der Zweibeiner.“ „Ein wildes Tier ist die Tigerente aber nicht“, schnatterte Agnes, doch das beeindruckte Klara nicht. Der Sinn des Faschings war ja wirklich, dass jeder für ein paar Tage in eine ganz andere Rolle schlüpfen darf. Dr. Berta Raspelzahn hatte uns das schon öfter erklärt. „In früheren Zeiten gab es bei den Zweibeinern diejenigen, die anderen dienten, und jene, die bedient wurden“, hatte Berta gesagt. Im Fasching waren diese Unterschiede aufgehoben, und Vorläufer für diese Faschingskultur gab es schon vor 5000 Jahren.
Eure Paula