So entstand das Aperschnalzen

von Redaktion

Werkzeug der Schnalzer: Ein Korb voller Goaßln © Schmidhuber

Kirchanschöring – Es gibt da eine Legende, die zurück in die dunkle Zeit kurz vor 1600 geht. Die Pest wütet damals auch in Bayern, und so schließt sich Sebastian Gassner, ein Bauer in Watzing bei Kirchanschöring, in den Getreidekasten seines Hofs ein. Irgendwann hat er nichts mehr zu essen und zu trinken. Er schaut hinaus, das Dorf liegt totenstill im Schnee. Lebt in der Nachbarschaft überhaupt noch wer? Sebastian nimmt die Goaßl und schnalzt – mit letzter Kraft. Und siehe da! Aus den Nachbarorten schnalzt jemand zurück. Das Leben darf weitergehen!

Der Ursprung des Schnalzens aber liegt schon in vorchristlichen Zeiten: Der Lärm der Goaßln soll die Geister des Winters vertreiben („aper“ bedeutet „schneefrei“), den Frühling und die unter der Schneedecke schlummernde Saat aufwecken.

Über die Jahrhunderte war der Brauch nicht immer gern gesehen. So soll es 1829 in Laufen ein Schnalzverbot wegen Ruhestörung gegeben haben (vor allem nach dem Gebetläuten abends). In jüngerer Vergangenheit aber nahm der Brauch wieder Fahrt auf, nach den Weltkriegen entwickelte sich auch der Wettstreit. Das Rupertigau-Preisschnalzen findet seit 1954 einmal jährlich statt.ANDREA STINGLWAGNER

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