Sieger des Fotowettbewerbs: Leo Brenner mit seinem Bild „Wespenspinne im Herbstlicht“. © Marcus Schlaf (3)
Raphael Christoph hat nachts einen Bovisten (rechts) beim Sporenausbruch fotografiert.
Zweitplatzierter Sasha Jumanca aus München mit seinem Bild „Ein stolzer Birkhahn auf dem Berg“.
München – Als Sasha Jumanca sein Foto-Modell traf, wurde es erst einmal ein bisschen kritisch. Der Zwölfjährige geht mit seinen Eltern oft zum Wandern. Am Herzogstand entdeckte er einen Birkhahn – „direkt neben dem Wanderweg“, erzählt der Zwölfjährige. Scheu sei das Tier nicht gewesen, eher ein bisschen aggressiv. „Er hat sogar an meiner Wanderhose gezupft – der Birkhahn wollte sein Revier verteidigen“, vermutet Sasha Jumanca. Trotzdem: „Ich konnte ein Bild von ihm aufnehmen.“ Damit hat er jetzt den zweiten Platz beim Wettbewerb „Natur im Fokus“ gewonnen, initiiert 2007 vom Museum Mensch und Natur und 2025 zum 19. Mal ausgetragen. Über 500 Kinder und Jugendliche reichten erneut mehr als 1100 Fotos ein, aus denen eine Fachjury 18 Preise in zwei Kategorien und drei Altersgruppen vergab.
Seine Begeisterung fürs Fotografieren fing vor sechs Jahren an, als er im Nymphenburger Schlosspark einen Eisvogel entdeckte und fotografierte. Seitdem ist er mit Leidenschaft unterwegs: „Ich wandere gerne, ich klettere auch und kenne mich mittlerweile gut mit Vögeln aus.“ Ein Wunsch ist offen: „Am liebsten würde ich einmal einen Steinadler sehen.“
Leo Brenner begeisterte die Jury mit seiner „Wespenspinne im Herbstlicht“. Entstanden ist das Bild, als der Zehnjährige aus Benediktbeuern (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) mit seinem Hund im Wald spazieren war. Fotografiert hat er mit einer Coolpix B 500 Kamera, die ihm seine Mama geschenkt hatte. Obwohl er immer wieder Spinnen sieht, ist sein Lieblingstier der Leopard. Am Wettbewerb nimmt der Viertklässler schon zum dritten Mal teil – er träumt davon, später Schreiner zu werden.
Raphael Christoph gewann den Sonderpreis des Sparkassenverbands Bayern. Der 18-Jährige aus Gauting (Kreis Starnberg) überzeugte die Jury mit seinem Bild „Bunter Atem des Waldes“. Die Aufnahme zeigt einen Bovisten beim Sporenausbruch in der Nacht. „Ich habe bei uns im Wald mit Blitz und Taschenlampe experimentiert – ich wollte die feinen, tanzenden Sporen in Szene setzen“, erzählt Raphael Christoph. Seine Begeisterung für die Fotografie begann auch früh: Mit sechs Jahren fotografierte er erstmals mit einer kleinen Digitalkamera. „Die Ausrüstung hat sich über die Jahre natürlich weiterentwickelt.“ Am Wettbewerb nahm Christoph zum ersten Mal 2022 teil. Inzwischen ist er für seine spektakulären und farbenfrohen Naturaufnahmen bekannt und hat sogar eine eigene Ausstellung. Der FOS-Schüler möchte Naturfotograf werden und hofft, irgendwann einen Schneeleoparden zu fotografieren.VALENTINA FUCHS