DAS PORTRÄT

Wo Pilger und Radler Ruhe finden

von Redaktion

Alina Mayr aus Steingaden. © Andreas Jäger

Die Wiese oberhalb ihres Ladens mit dem unverstellten Blick auf die Berge ist ein Fleckchen, das Alina Mayr schon lange fasziniert. Die 28-Jährige aus Steingaden (Kreis Weilheim-Schongau) träumt davon, diesen besonderen Ort für andere zugänglich zu machen. Ihr Plan: kleine Holzhütten, in denen Pilger und Radler übernachten und die Ruhe der Natur genießen können. Seit fünf Jahren betreibt Mayr das Raumausstattungs-Geschäft „Raumschmückerei“. Doch das Hanggrundstück oberhalb des Ladens blieb bislang ungenutzt. 2022 reifte die Idee, dort eine kleine Herberge zu errichten. Inspiration holte sich Mayr auf eigenen Reisen. Die Begegnungen hatten sie motiviert, selbst einen Ort für Menschen zu schaffen, die gerade unterwegs sind.

Schnell wurde klar, dass Autos auf dem steilen Weg kaum eine Chance hätten, und Parkplätze gibt es nicht. „Also kamen Radfahrer als Zielgruppe infrage“, sagt Mayr. Gleichzeitig möchte sie Pilger ansprechen, denn Steingaden liegt am Jakobsweg. Vor anderthalb Jahren nahm das Konzept konkrete Formen an. Acht Holzhütten sollen auf der Wiese entstehen, jeweils auf einer Säule stehend und etwa 20 Quadratmeter groß. Jede Einheit erhält ein Bett, eine Küchenzeile sowie Bad oder WC und bietet Platz für zwei bis drei Personen. „Mir ist wichtig, dass wir nur wenig Fläche versiegeln“, betont Mayr. „Und ich möchte so viel wie möglich selbst umsetzen.“

Unterstützung bekommt sie von ihrem Team und ihren Geschwistern, die tatkräftig anpacken. Die Idee stieß auch bei der Gemeinde auf Begeisterung. Bürgermeister Max Bertl und die Räte zeigten sich nach einer Präsentation angetan. Der Bebauungsplan ist aktuell in der zweiten Auslegungsphase, für die noch Stellungnahmen eingeholt werden müssen. Mayr rechnet damit, dass dieser Schritt bald abgeschlossen ist, sodass der Bauantrag folgen kann. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bau der Hütten im Sommer beginnen. Ende des Jahres könnten die ersten Gäste einziehen – Pilger auf dem Jakobsweg ebenso wie Radfahrer, die die Region erkunden. Dann wird die bisher ungenutzte Wiese zu einem Ort der Ruhe, an dem man die Berge betrachten, den Alltag hinter sich lassen und neue Energie tanken kann.ANDREAS JÄGER

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