Nürnberg – Über 2200 Ausstellende aus aller Welt zeigen auf der BioFach in Nürnberg, wie Bio entlang der gesamten Wertschöpfungskette zukunftsfähig gestaltet werden kann. Gestern startete die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, die bis Freitag dauert.
Der Bedarf an Bio-Lebensmitteln ist ungebrochen, doch die Anbaufläche hält damit nicht Schritt. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland stieg 2025 um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro, 2024 lag er bei 17,09 Milliarden Euro. Die Ökolandbau-Fläche wuchs indes bundesweit nur um 1,1 Prozent. In Bayern sind nach Angaben von Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) von 430 000 Hektar Ökofläche sogar rund 5000 Hektar verloren gegangen. „Etwas mehr als 300 der rund 11 800 Ökobetriebe sind aus der Förderung des Ökolandbaus ausgestiegen.“ Der Grund liegt laut Kaniber vor allem in der von der EU geforderten Weidepflicht. Zugleich sind nach den Worten der Ministerin 2025 aber auch 266 Betriebe neu in die Öko-Förderung eingestiegen. „Diese Zahlen zeigen: Es gibt Bewegung in beide Richtungen.“
„Ohne stabile Budgets und faire Wettbewerbsbedingungen wird der Öko-Landbau nicht wachsen können“, erklärt die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbands, Stefanie Sabet. Mit Blick auf die Gemeinsame Agrarpolitik der EU mahnt sie: „Wir brauchen ein eigenständiges, zweckgebundenes EU-Agrarbudget einschließlich eines verlässlichen Fundaments für die Öko-Prämie – die Unterstützung für Umstellung und Beibehaltung darf nicht allein von nationalen Haushalten abhängen.“
Kaniber hält trotz der schwierigen Lage an dem Ziel fest, bis 2030 einen Flächenanteil von 30 Prozent für den Ökolandbau in Bayern zu erreichen. Derzeit sind es unter 14 Prozent. „Wir sind weiter entschlossen, den Ökolandbau konsequent auszubauen“, sagt sie zur Eröffnung der BioFach. Wer jetzt umstelle, finde ein Marktumfeld vor, das Mut mache. Bayern zahle jährlich rund 120 Millionen Euro für die ökologische Erzeugung, mehr als jedes andere Bundesland. Die Ministerin ruft aber auch die Verbraucher ausdrücklich auf, gezielt zu bayerischen Bio-Produkten zu greifen: „Bio aus Bayern muss Vorrang haben“.CM